Getroffen an der SLUB – mitten im Treiben der Prüfungsphase. Ein Ort, an dem sie früher selbst viel Zeit verbracht hat. Zwischen vollen Tischen, Lernpausen und dem Kommen und Gehen sprachen wir über schnelle Sets, die Dresdner Clubszene und darüber, was eine Nacht braucht, damit sie hängen bleibt.

Seit sieben bis acht Jahren legt Mascha Roth auf. Den Sound, den sie heute spielt, verfolgt sie seit ungefähr drei Jahren. Drei Worte reichen ihr, um ihn zu beschreiben: Bunker. Schnell. Treibend.
Trotzdem geht es ihr nicht nur um Geschwindigkeit. Ein Set muss für Mascha emotional sein und darf auch etwas Melancholisches transportieren. Zwischen verschiedenen Genres wechselt sie vor allem nach Gefühl und passt ihre Auswahl auch an die Crowd an. Einen festen Plan gibt es dabei nicht – gespielt wird für den Moment.
Einen Punkt gibt es allerdings, auf den sie während eines Sets gerne hinarbeitet: den Closing-Track. Dort baut sie meistens noch einmal einen kleinen Stilbruch ein.
Geprägt wurde ihr Sound weniger von einzelnen Artists als von ihrem direkten musikalischen Umfeld. Vor allem Kollektive wie Bunker90, SubLab und Less nennt sie als wichtige Einflüsse.
Auch Dresden spielt für ihre musikalische Entwicklung eine wichtige Rolle. Gerade für DJs sieht Mascha hier viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Neben den Clubs sind es auch kleinere Flächen und Orte wie die Koralle oder die GrooveStation, die dafür Raum bieten.
Gleichzeitig erlebt sie eine Clubszene, die sich gerade stark verändert. Vieles befindet sich im Umbruch und damit bleibt auch eine gewisse Unsicherheit, wie es weitergeht. Nur negativ sieht sie diese Entwicklung aber nicht. Die gemeinsamen Herausforderungen sorgen ihrer Wahrnehmung nach auch dafür, dass die Szene enger zusammenrückt und viele Dinge gemeinsam angegangen werden.
Und was braucht eigentlich eine Clubnacht, die im Gedächnis bleibt?
Für Mascha kommen drei Dinge zusammen: eine starke Lichtshow, ein gutes Soundsystem und vor allem die Crowd. Denn ohne die Menschen auf der Tanzfläche geht es am Ende nicht.
Wie es weiter geht:
Musikalisch liegen bereits einige unveröffentlichte Tracks bereit. In den kommenden Monaten sollen neue Releases folgen, außerdem stehen Veranstaltungen der Kollektive an.
Auch außerhalb von Dresden stehen noch Orte auf der Liste, wo Mascha gerne auflegen würde. So zum Beispiel in den westlichen Bundesländern: Besonders reizt sie das GOTEC in Karlsruhe.
Dass sie selbst eher die späteren Stunden bevorzugt, wird spätestens in der Schnellfragerunde deutlich: lieber Closing als Opening, lieber drei Uhr nachts als Sonnenaufgang – und spontan statt lange vorbereitet.
Schnellfragerunde:
Club oder Festival?
Club.
Opening oder Closing?
Closing.
Vinyl oder USB?
USB.
Nebel oder Stroboskop?
Stroboskop.
Sonnenaufgang oder 3 Uhr nachts?
3 Uhr nachts.
Spontan oder vorbereitet?
Spontan.

Masha Roth
- auf instagram und soundcloud
Über den Autor
Der Dresdner Fotograf Johannes Haupt nimmt in unregelmäßigen Abständen Dresdner Musikerinnen, Musiker und Bands vor die Linse. Auf diversen Konzerten kann man ihn in der Nähe der Bühne sehen. Heraus kommen wunderbare Eindrücke von Live-Auftritten. Seit einer Weile hat Johannes, der hauptberuflich als Krankenpfleger in der Notaufnahme arbeitet, sein Portfolio um Porträts erweitert. Dafür trifft er Musiker abseits der Clubs und interviewt sie. Das Neustadt-Geflüster wird in unregelmäßigen Abständen diese Interviews hier veröffentlichen.
- Johannes Haupt betreibt zwei Instagram-Kanäle: Auf www.instagram.com/haupt_motiv gibt es sein komplettes Portfolio zu sehen, die Interviews veröffentlicht er auf www.instagram.com/sounddcheck
- Im Neustadt-Geflüster finden sich die Beiträge unter dem Hashtag #sounddcheck























