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Louisenstraße: Begrünungstest bis Ende Oktober

Die Testphase „Louisenstraße im Wandel“ auf dem Abschnitt zwischen Alaunstraße und Rothenburger/Görlitzer Straße hat begonnen. Bis Ende Oktober sollen zusätzliche Begrünung, neue Sitzmöglichkeiten sowie Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr erprobt werden. Die Maßnahmen sind Teil eines längerfristigen Projekts zur Umgestaltung der Straße.

Stadtbezirksamtsleiter André Barth mit Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn. Foto: Anton Launer
Stadtbezirksamtsleiter André Barth mit Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn. Foto: Anton Launer

Nach Angaben der Stadt sind vier Pflanzbeete an den Standorten künftiger Straßenbäume entstanden, die 2027 gepflanzt werden sollen. Hinzu kommen mehrere Pflanzkübel, darunter Modelle mit integriertem Wasserspeicher, zwei Sitzbänke mit Pflanzkübeln sowie zusätzliche Möglichkeiten zur Bewässerung. Außerdem werden weitere Großmüllbehälter aufgestellt. Die Pflanzbeete sind noch weitestgehend leer, nur wenn man genau hinschaut, sieht man erste Sprößlinge. André Zschoge vom Stadtplanungsamt sagt, dass man sich, auch aus Kostengründen, in den Kästen für eine Aussaat entschieden habe.

Auch für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger soll sich die Situation verbessern. Neue Fahrradbügel schaffen zusätzliche Abstellmöglichkeiten. An der Kreuzung Louisenstraße/Rothenburger Straße/Görlitzer Straße ist eine Diagonalampel geplant, die das Queren der Straße erleichtern soll.

Baubürgermeister Stefan Kühn (Grüne) bezeichnet die Testphase als „ersten Schritt zur baulichen Umgestaltung der Louisenstraße“. Er verweist auf die geplanten Straßenbäume und ein künftiges Regenwasser-Bewässerungssystem. Der Neustädter Stadtbezirksamtsleiter André Barth hebt die hohe Beteiligung von Anwohnenden, Vereinen sowie Kinder- und Jugendprojekten hervor.

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Die Testphase wird von einer Online-Umfrage begleitet. Die Ergebnisse sollen in die weitere Planung für die Louisenstraße einfließen. Grundlage des Projekts ist ein Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2019. In den Jahren 2024 und 2025 hatte die Stadt dazu mehrere Beteiligungsverfahren durchgeführt.

Pflanzkübel und Sitzgelegenheiten auf der Louisenstraße - Foto: Anton Launer
Pflanzkübel und Sitzgelegenheiten auf der Louisenstraße – Foto: Anton Launer

SPD lobt Beteiligungsprozess

Positiv bewerten die Pläne auch die SPD-Landtagsabgeordnete Sophie Koch und die Dresdner Stadträtin Julia Hartl. Koch hebt insbesondere die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hervor. Die zusätzlichen Sitzgelegenheiten seien wichtige Treffpunkte ohne Konsumzwang. Die Louisenstraße zeige, wie Beteiligung bei der Gestaltung öffentlicher Räume funktionieren könne.

Beide Politikerinnen begrüßen, dass die Stadt den Beteiligungsprozess fortsetzen und die Ergebnisse in die weiteren Planungen einbeziehen will. Die Louisenstraße biete die Chance, gemeinsam mit den Menschen vor Ort einen lebenswerteren Stadtraum zu entwickeln.

Grüne sehen breite Zustimmung

Auch die Grünen begrüßen die Testphase. Stadträtin Ulla Wacker erklärt: „Ich finde den Beteiligungsprozess sehr gelungen, freue mich auf die Testphase und lade alle, auch die Kritiker*innen, ein, an der Begleitumfrage der Stadt teilzunehmen, um viele Erkenntnisse in die Auswertung einfließen zu lassen.“

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Der Neustädter Stadtbezirksbeirat Norbert Rogge betont: „Bei den bisherigen Veranstaltungen und Beteiligungen gab es wenig Widerspruch aus der Neustadt selbst, daher gehe ich von einer hohen Akzeptanz seitens der Anwohnenden für den Verkehrsversuch aus.“ Die Neustadt-Grünen wollen sich zudem dafür einsetzen, dass sich Bürgerinnen und Bürger künftig auch finanziell an Begrünungsmaßnahmen beteiligen können. „Diesbezüglich bin ich mehrfach angesprochen worden, offenbar besteht Interesse“, so Rogge.

Wenn man ganz genau hinsieht, kann man in den Holzkästen schon erste Sprößlinge sehen. An diesen Stellen sollen perspektivisch mal Bäume stehen. Foto: Anton Launer
Wenn man ganz genau hinsieht, kann man in den Holzkästen schon erste Sprößlinge sehen. An diesen Stellen sollen perspektivisch mal Bäume stehen. Foto: Anton Launer

CDU kritisiert hohe Kosten

Auch der CDU-Stadtrat Johannes Schwenk unterstützt die Ziele einer Aufwertung der Louisenstraße, übt jedoch Kritik an den Kosten der Umsetzung. Schwenk erklärt: „Begrünung und mehr Aufenthaltsqualität auf der Louisenstraße sind richtig. Aber knapp 10.000 Euro pro Blumenkübel sind in Zeiten leerer Kassen schlicht absurd. Gute Idee – völlig überteuerte Umsetzung. Stadtgrün darf nicht zum Luxusmöbel werden.“

Verkehrswende Dresden fordert weitere Veränderungen

Die Initiative Verkehrswende Dresden begrüßt die Umgestaltung des Abschnitts zwischen Alaunstraße und Rothenburger/Görlitzer Straße, sieht darin aber nur einen ersten Schritt. Die Gruppe verweist auf die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zur Zukunft der Louisenstraße, die mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, mehr Grün sowie eine höhere Aufenthaltsqualität gefordert habe.

Kritisiert wird, dass bislang nur rund 150 Meter der insgesamt etwa 850 Meter langen Straße umgestaltet wurden. Vor allem im östlichen Abschnitt hinter der Kreuzung Rothenburger Straße/Görlitzer Straße sieht die Initiative weiteren Handlungsbedarf.

33 Kommentare

  1. Die Kreuzung ist wirklich sinnlos für so eine Diagonalampel, das sollte man eher mal beim Strasburger Platz oder ähnlichen Kreuzungen machen.

  2. sorry, aber für so Kurzzeitprojekte Geld raus zu schmeißen. kein Verständnis. entweder richtig oder gar nicht. desweiteren bin ich immer noch dafür, dass parken in der Neustadt nur noch für Anwohner und Anlieger gestattet werden sollte. hier kassiert die Stadt doppelt und verschärft die Parksituation mit solchen Aktionen noch. es gibt und wird immer Anwohner geben, die auf das Auto angewiesen sind.

  3. auf die Louisenstraße zu kommen macht derzeit unfassbar gute Laune, schönes Projekt!
    nicht zuletzt, weil sich nun auch die Übersicht im Straßenverkehr verbessert, was den Kindern und Jugendlichen von Kinder- und Jugendhaus, Kita und Schule zugute kommt.
    Nur ist unfassbar schade, dass bei den ganzen Baumaßnahmen mal wieder barrierefreiheit hinten angestellt wurde!
    die 2 parkis für menschen mir behinderung wurden auf einen herunter gekürzt und nicht einmal die zeitliche eingrenzug wurde aufgehoben, geschweige denn endlich mal ein gut sichtbares, fest angebrachtes Schild dafür angebracht, was hingegen für den Parkplatz für Lastenräder alles ging!
    nun ist eine person im rollstuhl mit zwei kindern in angrenzender kita regelmäßig morgens aufgeschmissen, da der einzige parkplatz regelmäßig besetzt ist, aufgrund unsichtbarkeit und zeitlicher einschränkung von 10-18uhr (kinder werden aber idR gern vor 10 gebracht…)

    schade, dass im jahr 2026, mit langer planungsdauer des projekts, bürgerbeteiligung etc wieder ein stück barrierefreiheit wegrationalisiert wurde.

  4. „gab es wenig Widerspruch aus der Neustadt“. FAKE ! Dem Ortsamt Neustadt (Horenburg) und dem Büro des Baubürgermeisters (Kühn)liegen eine Vielzahl von Beschwerden zu diesem Projekt vor!! Dem Büro von Kühn liegt sogar seit ende Mai eine Klageandrohung vor wegen Fehlplanung mit Gefährdung der Sicherheit.

  5. wieder ein kleiner baustein in richtung modernisierung der louisenstrasse, ich wusste gar nicht wie viel plötzlich hinter den parkenden autos nun auch aus dem strassenraum sichtbar wird. sehr schön luftig.

    die modernisierung des strassenraumes steht nun schon seit 150 jahren an, den ursprünglich war die äussere neustadt ja eine barocke stadterweiterung aus dem 18. jahrhundert. da wurde für häuser mit maximal 2 geschossen und dach geplant. einige wenige stehen heute noch. der strassenraum war dafür angemessen, in der gründerzeit erfolgte dann die überformung mit oft 4 geschossen und dach und die hinterhöfe (vorher meist gärtnerisch genutzt) wurden massiv überbaut und zuletzt fingen die menschen irgendwann in den 60iger jahren des letzten jahrhunderts einfach an, ihre kraftdroschken auf der strasse abzustellen. am anfang war das noch illegal. anfang der 90iger jahre galt es dann erst einmal die häuser zu retten und nun ist es an der zeit nach jahrzehntelanger dikussion den strassenraum neu zu gestalten. ich freue mich, auch wenn ich eine menge zu kritisieren haben, aber wege entstehen beim gehen.

  6. Liebe Louisenstraße-Bewohnerin: Im Text steht, dass der Stadtbezirksbeirat Norbert Rogge festgestellt hat, dass es bei den bisherigen Veranstaltungen und Beteiligungen wenig Widerspruch gab. Das schließt nicht aus, dass es Widerspruch in anderer Form gegeben haben könnte. Insofern erschließt sich mir nicht, wie du hier von einer Fälschung (Fake) sprechen kannst.

    Das Ortsamt ist übrigens seit fast acht Jahren das Stadtbezirksamt.

  7. Muss schon etwas schmunzeln. Nun stehen öffentliche Toiletten mit Katzenstreu und Fahrradbügel ( abstellen von Radleichen, siehe Bahnhof Neustadt)zur Verfügung. Bin gespannt, wie lange die Anwohner dieses Projekt mit Wasser!!!! Unterstützen wollen. Gibt es da auch eine Ruhezeit ab 22 Uhr? So, wie alle andern Kneipen mit Aussenbereich? Ich bin gespannt, auch auf die Polizei und das Ordnungsamt.

  8. Für mich sind die Massnahmen weitesgehend Symbolpolitik, gab es in der Vergangenheit schon ganz viele ähnliche Fälle. Machen schöne Bilder, bringen aber (fast) nix. Die dort nicht mehr parkenden Autos sind ja nicht weg, die stehen jetzt nur woanders. Wirklich etwas bringen würde es, wenn man jegliche weitere Bebauung im Viertel stoppt, d.h. keine Baugenehmigungen mehr. Was schon steht, ist Bestand, aber sonstige Lücken/Freiflächen dürfen nicht mehr bebaut werden. Da wurde in den letzten Jahrzehnten viel falsch gemacht, gibt es auch viele andere Stellen in Dresden. Und Parkplätze im öffentlichen Raum dürfen zumindest nachts und am Wochenende nur mit Anwohnerparkausweis genutzt werden. Wer von außerhalb ins Viertel kommt, muss dann z.Bsp. Parkhäuser oder private Parkplätze nutzen. Und ja, für Handwerker und Einsatzfahrzeuge gibt es sinnvolle Ausnahmeregelungen, aber nicht für Besucher und Partytouristen.

  9. Sehr gut, bitte mehr davon. Bin schon gespannt was da in den Beetkästen wächst. Die Sitzgelegenheiten sind auch sehr bequem… nur die parkenden Autos dazwischen stören etwas. Sollte der Abschnitt nicht Autofrei werden?

  10. Ich bin für alles, was die Neustadt schöner macht. Ich habe nur Sorge, dass alles wieder den Schmierereien und dem Vandalismus zum Opfer fällt.

    Auf der Böhmischen haben zwei Maler zwei Tage lang ein Haus wieder hübsch gemacht. Eine Nacht bieb es unversehrt. Jetzt hat ein gewisser WONKA dort seinen sinnlos Scheiss dran gesprüht.

    Achso, und schöne Grüße an Herrn Barth, er könnte mal wieder veranlassen, dass diese ganzen Fahrrad-Leichen beseitigt werden. Wenn da drunter schon Grün wächst, steht das Fahrrad nicht erst seit einer Woche mit einem Platten da rum. Wenn diese Gammelfahrräder weg sind, sieht es auch schon gleich viel hübscher aus und am Neustädter hätte man auch wieder die Chance einen Fahrradparkplatz zu finden.

  11. Ich frage mich – recht freundlich – weshalb gerade die Louisenstraße für dieses aberwitzige Pseudo-Umweltprojekt auserkoren wurde.
    Ist es denn etwa die Prestige, ist es etwa das Ziel von irgendwem subventioniertem, das sogenannte „Assi-Eck“ auf die Louisenstraße umzulagern?? Damit die 13 wieder (begründeterweise) ihre Trasse störungsfrei fahren kann?
    Diese „ey supidupi endlich mal Grünkästen mitten in benötigten Parkplatz-Flächen Kommentare“ scheinen eher von denen zu kommen, die etwas welt- und anwohnerfremd in der Neustadt unterwegs sind. Gemütlich hinsetzen kann man sich auch im Alaunpark. Hier geht’s darum, dass dringend benötigte Anwohnerparkplätze zugunsten einer irren Prestige-Stadtplaner-Idee geopfert werden. Wo bleiben denn da die normalen 08/15 Verdiener, die dort auch zufällig langjährige Anwohner sind?? Auf der noch geplanten Strecke oder was? Völliger Schwachsinn sowas und Geldverschwendung obendrein. Pfui!

  12. ..allein schon die ersten Fragen der sich selbst bestätigenden Umfrage…

    Fühlen Sie sich in wohl? * so was dummes.

    Es gibt mehr Begrünung in der Louisenstraße..

    wenn ich blumen pflanze wird das wohl so sein…

    Es gibt mehr Möglichkeiten zum Treffen, Warten und Ausruhen.

    klar ist mehr platz für party…

    Es gibt mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger zum Laufen und zum Flanieren.
    j/n/v
    Es gibt mehr Platz zum Fahrradfahren.
    j/n/v
    Es gibt weniger Kfz-Verkehr in der Louisenstraße
    j/n/v

    … selbsterfüllend… da kann auch nur jeder der das Scheisse findet an der richtigen stelle ankreuzen, oder er wird wegen unobjektivität aussortiert… bullshit.

  13. Über die Sinnhaftigkeit der Aktion kann Mensch wahrlich diskutieren, aber dieses rum gejammer wegen wegfallender Parkplätze kann ich nicht verstehen. Ich bin selbst Autofahrer und langjähriger Anwohner und hab kein Problem mal 10min zu laufen, wenn das Gefährt mal etwas weiter weg steht und länger muß ich ich eigentlich nie laufen. Und das (parkende) Autos unverhältnissmässig viel Platz verbrauchen steht ja wohl außer Frage. Der gewonnene Raum kann vielfältig gestaltet werden, welche dann Nutzung sinnvoll ist, liegt dann im Auge des Betrachters.

  14. Liebe Miriam Creutzberg, ich hatte das in einem früheren Artikel schon einmal erläutert. Als vor einigen Jahren das östliche und das westliche Ende der Straße instandgesetzt wurden, gab es lautstarken Protest. Daraufhin gab es eine Vorlage zur Bürgerbeiteiligung. Über den Auftakt habe ich 2024 berichtet. Im Ergebnis dieser und anderer Beteiligungsveranstaltungen kam unter anderem der Wunsch nach mehr Grün und Sitzgelegenheiten auf.

    Da dies nun nicht direkt umgesetzt werden sollte, weil es vielleicht ja doch auch andere Meinungen dazu gibt, wurde nun diese Testphase eingerichtet. Wenn sich also herausstellt, dass der größere Teil der Menschen, die die Straße nutzen, lieber doch wieder Parkplätze haben möchte, dann könnte das zur Folge haben, dass die Maßnahmen wieder zurück gebaut werden.

    @Echt: Vielleicht hast Du es in der Umfrage übersehen, aber es gibt auch diese Frage. „Wünschen Sie sich, dass die neuen Sitz- und Pflanzelemente dauerhaft in der Louisenstraße bleiben?“ Sogar mit der Antwortmöglichkeit „Nein“ und nem Begründungsfeld. Auch die Frage „Warum fühlen Sie sich unwohl?“ kann man beantworten. Aber ja, die Ankreuzel-Fragen hätte man auch um das Feld „Es gibt jetzt weniger Parkplätze“ erweitern können.

  15. Straßen sind für den Verkehr da. Basta!
    Was dümmeres kann man sich nicht vorstellen – halt! Ja, vor einer Kneipe am Assi Eck ein Parkplatz für ein Lastenrad.
    Wo bleibt die Station für die Postkutsche?
    In welchem Jahrhundert sind wir?

  16. ..@anton .. hätte man können. Ich war vor ort und sehe mir auch die zweite Seite der Umfrage noch an. Der erste optische Eindruck ist, dass hier auf der Strasse die Papierkörbe am meisten Schatten spenden..;-).. Habe aus dem Schatten heraus (Biergarten) beobachen können, dass die Sitzgelegenheiten auf der Stasse nicht ausgelastet waren… ;-) nachts um drei bin ich nicht vor Ort… aber kanns mir denken und fühle mit den Anwohnern…

  17. Solveig Brandis kann ich zustimmen, vor allem weil mir der Name ein schmunzeln abgewinnen lässt, da erinnere ich mich an eine Situation mit einem fehlenden Fahrschein :-)

    Mich fasziniert an solchen Projekten immer wieder die bemerkenswerte Geschwindigkeit, mit der aus vier Blumenkübeln, zwei Bänken und etwas Saatgut wahlweise die Rettung des Stadtklimas oder der Untergang des Abendlandes gemacht wird.

    Persönlich teile ich die Ansicht, dass man öffentliche Räume attraktiv gestalten sollte. Allerdings frage ich mich, ob man dafür wirklich den Umweg über temporäre Versuchsanordnungen gehen muss, die am Ende beinahe so viel diskutiert werden wie die eigentliche Straße.

    Wer die Maßnahme gut findet, sieht mehr Aufenthaltsqualität. Wer sie ablehnt, sieht weniger Parkplätze. Überraschenderweise haben beide Seiten recht.

    Etwas amüsant finde ich allerdings die Behauptung, es habe „wenig Widerspruch“ gegeben. Das erinnert ein wenig an jene Familienfeier, bei der niemand offen widerspricht, weil ohnehin schon feststeht, was beschlossen wird. Die anschließenden Beschwerden werden dann als überraschende Entwicklung wahrgenommen.

    Und die Umfrage wirkt stellenweise tatsächlich etwas eigentümlich. Wenn die Fragen überwiegend darauf abzielen, ob mehr Grün grüner wirkt und mehr Sitzgelegenheiten mehr Sitzgelegenheiten darstellen, dann darf man sich über zustimmende Antworten nicht allzu sehr wundern.

    Vielleicht wäre die spannendste Frage gewesen:

    „War Ihnen die Verwendung von knapp 10.000 Euro pro Blumenkübel bekannt, bevor Sie diese Umfrage ausgefüllt haben?“

    Die Ergebnisse hätten mich ehrlich interessiert.

    Seltsam ist, dass für solche kleinen Versuche mit überschaubaren Kosten erst Versuche gestartet werden, während deutliche teurere Anschaffungen, teils ohne Mehrwert, einfach umgesetzt oder gebaut werden. Wenn der Wille da ist, dann einfach machen aber richtig: umfänglich, hochwertig, nachhaltig. Unterhaltung für die nächsten Jahre gesichert und bitte bitte: mit richtigen Pflanzen und nicht mit der Tüte Saatgut

  18. Ich habe über das Wochenende mal zwei Umfragen auf Telegram und WhatsApp gestartet. Das Ergebnis, in seiner Deutlichkeit, hat mich dann doch überrascht. Mehr als 70 Prozent finden die Begrünung „einfach toll“.

    Immerhin 251 Leute haben abgestimmt. Nur rund 10 Prozent hielten das Projekt für „Geldverschwendung“, ein knappes Fünftel sieht immerhin noch Verbesserungspotenzial. Mir ist bewusst, dass diese Umfrage nicht representativ ist, aber immerhin ein Stimmungsbild.

  19. @Frintert unsere Haus hat fast jede Partei Beschwerde eingelegt. Selbst im Mängelmelder sind diverse Beschwerden zu sehen (gewesen-> Stadt löscht da gern raus was ihr nicht passt) Scheinbar muss erst was ernsthaftes eh Kühn und Barth mal über ihr Handeln nachdenken. Mittlerweile steckte nun der 3RTW (im Einsatz) in der Straße fest weil es kein ausweich gibt.

  20. Hallo Anwohnende Louisenstr., der Mängelmelder ist für Dreckecken oder Schäden gedacht. Bezüglich der eingelegten Beschwerden steht halt Dein Wort gegen das des Stadtbezirksamtsleiters. Dass ein RTW (Rettungswagen) in dem Bereich jetzt schlechter durchkommen soll als vorher, ist aber definitiv Quatsch. Die Aufbauten haben keine größere Breite als geparkte PKW.

  21. @Anton:

    Wie Du richtig bemerkst, ist Deine Umfrage nicht repräsantativ. Sie ist aber auch kein Stimmungsbild. Weder wird hier gewährleistet, dass Betroffene abstimmen, noch sind weder Telegram und Whatsapp für jeden frei zugängliche und repräsentative Abstimmungswerkzeuge. Ich würde Dich bitten, diese Art von Stimmungsmache zu unterlassen.

  22. @Daniel, das mit dem Zugang ist klar, deswegen nicht repräsentativ. Ein Stimmungsbild ist es dennoch, genauso wie die Ergänzungen hier unter dem Artikel. Oder sollte ich diese Deiner Ansicht nach auch nicht zulassen?

  23. @Chris Andrews: „In welchem Jahrhundert sind wir?“

    Du bist im 20. Jahrhundert. 1965, um es genau zu sagen. Du bist ihr Yesterday Man, und ich weiß auch warum.

  24. danke anton für deine mühe, die dinge aus der meckerecke herauszuholen. lob fällt den meisten viel schwerer, das höchste lob für viele ist ja schon der ausspruch “ da kannste nicht meckern“

    herzliche grüsse

  25. Ich finde das Projekt einen guten Anfang. Schade finde ich nur, dass während des Testzeitraums natürlich keine üppige Begrünung entstehen kann. Und mich würde mal wirklich interessieren, wie viele der Meckerer tatsächlich aus dem Viertel kommen.

  26. Ich finde es immer wieder interessant, wie schnell Kritiker zu „Meckerern“ erklärt werden, während Befürworter als vernünftige und konstruktive Stimmen gelten.

    Dabei ist Zustimmung die denkbar einfachste Form der Beteiligung. Nicken kann jeder.

    Spannend wird Demokratie doch erst dort, wo Menschen Fragen stellen, Kosten hinterfragen oder auf mögliche Probleme hinweisen.

    Nach dieser Logik wären übrigens auch die vielen Beteiligungsverfahren der vergangenen Jahre nichts anderes gewesen als organisierte Meckerecken. Denn dort wurde ebenfalls kritisiert, gefordert und bemängelt, was den Leuten nicht gefiel.

    Man muss die Louisenstraße nicht für den Untergang des Abendlandes halten. Man muss aber auch nicht jede Maßnahme automatisch bejubeln, nur weil irgendwo ein Pflanzkübel aufgestellt wurde.

    Und falls das höchste Lob tatsächlich „Da kannste nicht meckern“ sein sollte, dann würde ich sagen: Genau das ist doch die eigentliche Messlatte für öffentliche Projekte.

  27. Ich finde, die sollten das auch auf den Rest der Louisenstr. ausweiten. Die meisten von uns hier in der Neustadt haben doch ein Fahrrad, Kaufhalle sind um die Ecke, von IKEA kann man liefern lassen oder ein TeilAuto nehmen und ohne eigene Karre spart man nicht nur Platz im Stadtraum, sondern auch Sprit, Steuern, Versicherung und Reparaturen.
    #neustadt_autofrei

  28. Schade wie viele Leute Fehlinformationen alà 10.000€ pro Kübel auf den Leim gehen.
    Es stehen 6 Betonkübel auf der Louisenstraße aus dem Besitz der Stadt Dresden, die vorher woanders standen und deren Bepflanzung durch ein Crowdfunding finanziert wird. Nix mit 10.000€. Außerdem 4 große Holzrahmen mit einer Aussaat, die Platzhalter sind für vorgesehene Baumpflanzungen. Ebenfalls Nix 10.000€.
    Zuguterletzt sind jetzt 3 oder 4 große Pflanzkübel aus Cortenstahl mit integrierten Bänken und Bewässerungstank dort. Nach Augenmaß würde ich schätzen ca 3-4qm beetfläche, also schon GROẞ.
    Die sind auch nicht leer oder aus der ‚Saatguttüte‘ wie hier kommentiert wurde, sondern fertig bepflanzt. Wenn diese so viel gekostet haben mag mir das noch halbwegs realistisch erscheinen, man sollte dann aber auch mit bedenken, dass die ja nicht verschrottet werden falls sie dort wegkommen, sondern auch andernorts integriert und genutzt werden. Man sollte also wirklich vorsichtig sein mit diesen Behauptungen von Geldverschwendung.

  29. @Anton: Warum wurde die Umfrage nicht einfach hier für alle zugänglich eingestellt? Da wird immer von barrierefreien Zugängen und Teilhabe fabuliert und dann werden Umfragen getätigt, die die meisten Leser hier wohl ausschließen.

    @Monsieur Calvin Candie: Danke für den Beitrag. Zustimmen erfordert meist keinen großen Mut, aber seine eigene Meinung kundzutun, besonders wenn sie nicht mit Hofberichterstattung über Hrn. Kühn, Herrn Barth und der werten Frau Jähnigen übereinstimmen, um so mehr – weiter so!

  30. @Anton:

    Wenn die Teilnehmer Deiner Umfrage nicht repräsentativ sind, dient diese auch nicht als Stimmungsbild.

    Es ist doch mittlerweile so, dass die Gesellschaft egoistischer wird. Beispiele:

    – Habe ich kein Auto, weil ich zu jung bin, es mir nicht leisten kann oder nicht drauf angewiesen bin (aber ein 20k-Cannondale in der Wohnung), bin ich aus Prinzip gegen Autos
    – Manche ziehen in die hippe Neustadt und regen sich auf, dass es Straßen, Autos und laute Clubs gibt (haben schon einige zumachen müssen wegen neuer Nachbarn)

    Die Stadt reagiert mit Alibi-Aktionen wie oben, die zu Lasten der Anwohner geht. Konsequenter wären Ideen wie in anderen Städten, wie in Warnemünde. Parkverbot für alle Nichtanwohner, dafür ein ordentliches Parksystem außerhalb der Innenstadt.

    Ich parke übrigens in einer Garage, theoretisch kann mir die Aktion relativ egal sein, wenn sie nicht dazu führt, Leute gegeneinander aufzuwiegeln.

  31. @Neustädter und Daniel: Dann vergleicht einfach Wahlergebnis Neustadt und Positionierung der jeweiligen Parteien zu der Begrünung.

    Ich habe hier kein Umfragetool an der Hand. Und wenn ich eins hätte, wäre es auch wieder nicht recht, weil das Ergebnis nicht der eigenen Meinung entspricht.

  32. Einfach bei Gelegenheit mal die Rosa-Steinhart-Straße in Pieschen besuchen und dann mit der jetztigen Massnahme auf der Louisenstraße vergleichen. Ist für mich eine ganz andere Liga und für diese Erkenntnis braucht es auch keine Testphase. Ja, die meisten Menschen fühlen sich auf einer begrünten Straße wohler und Sitzgelegenheiten sind auch schön. Bin gespannt, welche bahnbrechenden Erkenntnisse man dann noch am Ende der Testphase gesammelt hat. Scheint aber der aktuelle Zeitgeist zu sein, ein Pilotprojekt hier, ein Verkehrsversuch da. Man könnte natürlich auch den bereits vorhandenen Wissenschatz berücksichtigen, auf der Basis planen und Massnahmen dauerhaft umsetzen. Und wenn bei diesen auch ein möglichst gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis als Zielsetzung hat, ist es bei der aktuellen und sich verschärfenden Finanzsituation der Stadt bestimmt auch nicht verkehrt.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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