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Scheune-Eröffnung rückt näher

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Der Termin steht schon fest: Vom 18. bis 20. September wird die Wiedereröffnung der Scheune an der Alaunstraße gefeiert. Am Dienstag führten die Kulturbürgermeisterin, ein Scheune-Vereinsvorstand und ein Vertreter des Hochbauamtes durch das weitgehend fertiggestellte Haus.

Der große Saal, von der Bühne aus gesehen. Foto: Anton Launer
Der große Saal, von der Bühne aus gesehen. Foto: Anton Launer

Herzstück wird der große Saal mit Platz für offiziell 540 Besucherinnen und Besucher. Der Saal ist, wie das ganze Haus, in die Länge und Breite gewachsen. Die stützenden Säulen sind verschwunden, das Dach trägt sich nun selbst. Schickes Stäbchenparkett auf dem Boden sollte den einen oder anderen Pogo-Tanz aushalten. Der Scheune-Verein will noch einiges ergänzen. „Den hinteren Bereich wollen wir etwas erhöhen“, sagt Scheune-Vorstand Frank Schöne. Dort werden dann auch die Reglerpulte stehen. Alle Räume sind barrierearm zugänglich, es gibt einen Aufzug und Hörschleifen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Die mächtige Rampe vor dem Haus ist noch in Arbeit.

Drinnen sieht noch alles sehr clean und steril aus. Es wird sicher ein paar Tage dauern, bis der alte Scheune-Charme wieder zurückkehrt. Auch vor dem großen Saal gibt es nun deutlich mehr Platz. Hinzu kommen riesige Fenster mit Blick nach draußen. Erhalten geblieben ist die alte Wendeltreppe, die ins Dachgeschoss führt. Dort hat der Verein inzwischen bereits sein Domizil bezogen, während im übrigen Haus noch fleißig gearbeitet wird.

Scheune-Vorstand Frank Schöne, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Jens Lerch vom Hochbauamt. Foto: Anton Launer
Scheune-Vorstand Frank Schöne, Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und Jens Lerch vom Hochbauamt. Foto: Anton Launer

„Auf den letzten Metern ist immer noch besonders viel zu tun“, sagt Jens Lerch, Sachgebietsleiter im Hochbauamt, der sich freut, dass die Scheune nun bald fertig ist. Immerhin kennt er das frühere Kulturhaus auch aus persönlichen Besuchen. „Die Sanierung war für uns immer eine Herzensangelegenheit“, sagt Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke).

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Während der Arbeiten sei es zu verschiedenen Überraschungen gekommen, die den Bau verteuert hätten, so Lerch. Insgesamt hat die Stadt für den Umbau, der 2022 begann, inzwischen elf Millionen Euro ausgegeben. Ursprünglich waren 7,1 Millionen Euro eingeplant.

„Vor Baubeginn hatten wir zwar einige Testgrabungen unternommen“, sagt Lerch. Dabei sei man jedoch lediglich auf Sand und Erde gestoßen. Als die eigentlichen Arbeiten begannen, stellte sich jedoch heraus, dass die Scheune auf Schutt gebaut worden war. Letztlich bestehe die gesamte Erhöhung aus einem einzigen Schuttberg. Auch die zentrale Wand in der Mitte des Hauses habe sich als so instabil erwiesen, dass sie vollständig ersetzt werden musste.

Erinnert noch an vergangene Tag - Wendeltreppe ins Dachgeschoss - Foto: Anton Launer
Erinnert noch an vergangene Tag – Wendeltreppe ins Dachgeschoss – Foto: Anton Launer

Rückblickend betrachtet wäre ein Neubau möglicherweise günstiger gewesen. Allerdings konnten auf diese Weise auch einige historische Elemente, wie das obere Treppenhaus, erhalten bleiben.

Der kleine Saal öffnet sich nach Norden - Foto: Anton Launer
Der kleine Saal öffnet sich nach Norden – Foto: Anton Launer

Ganz neu entstanden ist im Erdgeschoss ein kleiner Saal für etwas mehr als 300 Personen, der sich für Lesungen oder kleinere Konzerte eignet. Er ist hochwertig mit Holz ausgestattet und öffnet sich mit großen Fenstern zur Terrasse an der Louisenstraße. Der dritte Spielraum befindet sich ebenfalls im Erdgeschoss an der Stelle der früheren Garderobe.

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Neu ist außerdem der zweigeteilte Eingangsbereich: Während die linke Tür direkt zu den Veranstaltungsräumen führt, gelangt man rechts in das Scheune-Café, das höchstwahrscheinlich wieder von der bisherigen Crew um Rajwinder Goraya betrieben wird.

Scheune-Vorstand Schöne, der gleichzeitig für das musikalische Programm des Hauses verantwortlich ist, verspricht ein abwechslungsreiches Programm, auch wenn er die Höhepunkte des Eröffnungswochenendes noch nicht verraten möchte. Im September sind unter anderem Konzerte mit Hackedepicciotto, Skating Polly und Femi Luna geplant.

Wer sich die neuen Räume einmal ansehen möchte, hat dazu am Sonnabend, 19. September, ab 15 Uhr beim Tag der offenen Tür Gelegenheit.

Die Stadt hat zwar den Umbau der Scheune finanziert, doch der Verein muss nun selbst noch zahlreiche Investitionen stemmen. Deshalb hofft er auf Unterstützung aus der Bevölkerung und dem Stadtviertel. Eine Spendenkampagne ist bereits eingerichtet. Schöne weist außerdem darauf hin, dass Interessierte auch Fördermitglied im Scheune-Verein werden können.

Weitere Informationen

In dem großen Saal sollen nun exakt 540 Personen Platz finden. Foto: Anton Launer
In dem großen Saal sollen nun exakt 540 Personen Platz finden. Foto: Anton Launer

5 Kommentare

  1. Es gab eine „kleine Ausbauvariante“ von ca. 3,5 Mio, eine „mittlere Variante“ um die 4,5 Mio, und die jetzt gebaute Maximalvariante von 6,5 Mio. Die genauen ursprünglichen Plankosten finde ich gerade nicht mehr. Jetzt sind wir also bei ü11 Mio rausgekommen, das war absehbar, das war logisch, das Geld mußte natürlich bei anderen Dingen weggespart werden, darüber redet nun keiner. Der ganze Vorgang zeigt nur die verantwortungslose Ratspolitik, die nicht weiß was sie tut.

    Ich zitiere mich vom 22.09.2020, also vor fast 6 Jahren, leider ändert sich nichts in Dresden, die Leute schlafen in ihren Bubbles weiter.
    Zitat:
    Das Dilemma entsteht nunmal aus der überzogenen Maximal-Ausbauvariante. Dabei gabs eine kleine Variante mit Bestandssanierung, sowie eine mittlere ausgewogene Ausbauvariante. Die Kleine hätte viele Mängel nicht behoben, die Mittlere behob die meisten vorgebrachten funktionellen Nachteile.
    Die Maximalvariante mit Raumgreifung, Baumfällungen und folglicher Umfeldanpassung basiert auf turnusgemäßer Befragung der Kulturinstitution auf Bedarfe und Wünsche durch das Hochbauamt. Darauf wurde eine Matrix der Wirkungen von jenen drei Varianten gebildet. Problem der Maximalvariante ist weiterhin: Es ist ein Wünsch-dir-was der Scheuneführung unter der Annahme, man lebe im Schlaraffenland und könne sich einen Kulturpalast ja von der Gemeinschaft schenken lassen. Ein Versuch war’s wert, leider war die Ratspolitik wie so oft minder-informiert und unterstützte abwägungsfrei die überzogene Maximalvariante 3.

    Nungut, nun also plötzlich die Gestaltungskommission nach längerer Zeit der Planbekanntheit. Im Prinzip muß man auf die ausgewogene mittlere Variante rückbeschließen, Geld ist derzeit alle, auch zahlreiche andere kommunale Bedarfe sind unterfinanziert (Grünamt und Straßenbäume, Römisches Bad Albrechtsberg, Nebenstraßen etc pp, alles wartet Jahre und mehr). Eine Luxusvilla aufgrund maximaler Bedarfskonstruktion selbiger Kulturleute zur Schaffung eines höchst-optimierten Mikroparadieses ist schon damals, aber erst recht jetzt NICHT mehr vermittelbar. Ergo: Variante Zwo rules!

  2. Was willst du damit wem sagen?
    Dass du bei der Stadtverwaltung arbeitest und dich auskennst?
    Vielleicht solltest du in die Lokalpolitik gehen, oder lieber Rosen züchten, oder so .. Oder einfach mehr atmen. Und langsamer schreiben.
    Frank

  3. Ah, interessant. War mir gar nicht so klar.

    Ehrlich gesagt, war ich auch etwas erschrocken, als man gefühlt 90% der Scheune abgerissen hatte. Das Gebäude war ja für viele Menschen schon sehr wichtig und mit vielen Erinnerungen verbunden. Das so abzureißen, hat mich verwundert.

    Da ich aber keine Ahnung hatte, wie die Bausubstanz genau aussah und man gerade in den Nachkriegsjahren mit Baumaterial oft improvisiert hat, vermutete ich, dass das alles eine gewisse Notwendigkeit hat.

    Um es kurz zu machen: Ich hätte mir schon gewünscht, dass etwas mehr von dem Alten erhalten geblieben wäre. Und dass das neue Gebäude noch ganz so raumgreifend ausgefallen wäre. In einer historischen Blockrandbebauung gibt es ja auch eine bestimmte Maßstabsgerechtheit. Schon die daneben stehende Sporthalle wirkt wie ein UFO.

    Aber sei es, wie es sei: Schon die alte Scheune stand da ja nicht gerade angepasst in die umstehende Bebauung. Und die neue tut es noch weniger.

    Dennoch, bei allem, was an der neuen Scheune viel zu überdimensioniert ausgefallen ist: Ich freu mich, dass das Gebäude nun fertig ist. Und hoffentlich ein genauso einmaliger Ort wird, wie die Alte (RIP).

  4. Die Wiedereröffnung der Scheune ist zweifellos eine gute Nachricht. Das Haus gehört zur Dresdner Kulturlandschaft, und dass es erhalten bleibt, dürfte kaum jemand ernsthaft infrage stellen.

    Trotzdem darf man die finanzielle Seite nicht ausblenden. Aus ursprünglich 7,1 Millionen Euro sind inzwischen rund 11 Millionen geworden – eine Kostensteigerung von mehr als 50 Prozent. Ein Teil davon mag durch die beim Bauen im Bestand entdeckten Überraschungen erklärbar sein. Genau deshalb stellt sich aber die Frage, ob die gewählte Maximalvariante tatsächlich die richtige Entscheidung war.

    Schon damals gab es mehrere Ausbauvarianten. Heute zeigt sich, dass jede zusätzliche Anforderung eben nicht nur zusätzlichen Nutzen, sondern auch zusätzliche Risiken und Kosten mit sich bringt. Im Nachhinein ist man immer schlauer, dennoch muss sich die Politik die Frage gefallen lassen, ob eine ausgewogenere Lösung am Ende nicht vernünftiger gewesen wäre. Denn elf Millionen Euro fallen nicht vom Himmel. Dieses Geld steht an anderer Stelle eben nicht mehr zur Verfügung.

    Die Scheune wird hoffentlich viele Jahrzehnte genutzt werden und ihren Platz in der Dresdner Kulturszene behalten. Wer Kostensteigerungen dieser Größenordnung einfach mit dem Hinweis auf „unvorhersehbare Umstände“ abtut, macht es sich zu leicht. Gerade bei Projekten, die aus Steuermitteln finanziert werden, sollten Nutzen, Umfang und finanzielle Tragbarkeit immer wieder neu gegeneinander abgewogen werden. Am Ende freut sich eine vergleichsweise kleine Nutzergruppe über ein modernes Haus. Die Rechnung bezahlen jedoch alle Dresdner.

  5. Ick freu mir!
    Inhaltlich finde ich die ersten drei Monate allerdings etwas sehr comedy-lastig. Da dauert es ja langweilig, bis das alles wieder eingepunkt ist.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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