Die Kolonnaden am Römischen Bad sind fertig, am westlichen Portikus legen gerade mehrere Bildhauer Hand an. Für den zweiten Bauabschnitt fehlt noch Geld, aber immerhin sind schon rund 175.000 Euro Spenden zusammengekommen.

Wer in den vergangenen Monaten am Schloss Albrechtsberg vorbeikam, hat die Kolonnaden nur mit Gerüst gekannt. Das ist vorbei: Die Instandsetzung des Kolonnadengangs samt Balustrade ist abgeschlossen, die Gerüste sind abgebaut. Am Mittwoch, 30. September, zog die Stadt vor Ort Zwischenbilanz.
„Wir kommen in die Schlussphase des ersten Bauabschnitts“, sagte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne). Der Kolonnadengang sei fertig, der westliche Portikus werde gerade erneuert. Dort sind derzeit mehrere Bildhauer beschäftigt. Die Restaurierung soll im November dieses Jahres abgeschlossen sein. Der gesamte erste Bauabschnitt, der im Juni 2025 begann, soll dann bis Herbst 2027 fertig werden.

Pompejianischrot und Fledermäuse
Auch farblich hat sich etwas getan. Mary Knopf vom Hochbauamt, zuständig für die Baustelle, erläuterte das Farbkonzept der Kolonnade: „Ganz oben ist Pompejianischrot – ein dunkles Eisenoxid, unten ebenfalls Eisenoxid, aber in Ziegelrot, etwas heller. Das Beige dazwischen ist sandsteinfarben.“ Es handelt sich um mineralische Farbe, die sich gut reinigen lässt.
Gereinigt wurden auch die Sandsteine und die korinthischen Säulen, die Balustraden sind erneuert und befestigt. Dazu kamen die Rückverankerung im Hang sowie Abdichtungs- und Betonarbeiten in den Treppenräumen. Die Arbeiten sind anspruchsvoll, denn Witterung, Feuchtigkeit und Alter haben der Anlage stark zugesetzt. Dazu kommen die Vorgaben von Denkmal- und Artenschutz: Im Römischen Bad leben mehrere Fledermausarten. Die Bauabläufe werden deshalb mit den Naturschutzbehörden abgestimmt und an die Schutzzeiten angepasst. Die Tiere haben weiterhin freien Zugang zur Kolonnade.
Das Becken kommt erst noch
Das eigentliche Herzstück, das große Wasserbecken, steht noch aus. Im kommenden Jahr sollen das alte Brunnenbecken abgebrochen und die Bodenplatte erneuert werden, dann folgt der Rohbau. Laut Kühn soll das Becken 2028 saniert sein und die Anlage in Betrieb gehen.

Für den zweiten Bauabschnitt rechnet die Stadt mit rund 1,1 Millionen Euro. Allein die denkmalgerechte Rekonstruktion des Beckens kostet über 900.000 Euro. Die Brunnentechnik und weitere historische Gestaltungselemente kommen dazu. Die Technik soll aus Spendenmitteln bezahlt werden, dieses Geld ist bereits da. Für Becken und Fassung wurde vergangene Woche ein Förderantrag beim Bund gestellt. Man hofft, dass Bund und Land etwa die Hälfte übernehmen.
„Unterstützen auch Sie unser Vorhaben, können wir hier weiterbauen, und es sprudelt schon bald wieder das Wasser im Römischen Bad“, so Kühn.
Der erste Bauabschnitt kostet insgesamt 4,2 Millionen Euro. Rund 1,43 Millionen kommen aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundes, 1,12 Millionen vom Freistaat Sachsen, den Rest trägt die Stadt. Bisher, hieß es vor Ort, sei man gut mit dem Budget ausgekommen.
Im dritten Bauabschnitt sollen die Freianlagen wiederhergestellt werden. Das würde nach derzeitiger Schätzung 2 bis 2,5 Millionen Euro kosten. Ob und wann das klappt, hängt von der Finanzierung und den Fördermitteln ab.
Spenden: Null-Euro-Scheine und 1.000-Euro-Scheck
Aus der Bürgerschaft sind inzwischen rund 175.000 Euro Spenden eingegangen. Mit Großspendern sei man im Gespräch, hieß es. Am Mittwoch kamen 1.000 Euro dazu: Stadtfestorganisator Frank Schröder und Uwe Schmidt vom Förderverein Dresdner Elbschlösser übergaben Kühn einen Spendenscheck.

Schröder, Geschäftsführer der Dresdner Stadtfest GmbH, erzählte, man habe überlegt, wie sich das Stadtfest Canaletto für das Römische Bad einsetzen könnte. Künstler des diesjährigen Festes signierten daraufhin Null-Euro-Scheine, die für die Spendenaktion genutzt wurden. Wie groß das Interesse am Römischen Bad ist, zeigte der Tag des offenen Denkmals: Rund 1.000 Besucher kamen, um die Baustelle zu besichtigen.
Benefiz am ersten Advent
Am Sonntag, 29. November, dem ersten Advent, gibt es um 18 Uhr im Kronsaal des Schlosses Albrechtsberg eine Benefizveranstaltung zugunsten der Sanierung. „Und früher war der Schnee aus Watte“ heißt der musikalisch-literarische Weihnachtsabend mit Schauspieler Ahmad Mesgarha und Musiker Philipp Makolies. Es geht um Kindheitserinnerungen, vergangene Weihnachten und die Frage, was davon geblieben ist – zwischen Erinnerung, Musik, Humor und leiser Melancholie.
Tickets ab 45 Euro gibt es online bei Reservix. Weitere Informationen zur Sanierung stehen auf dresden.de/roemisches-bad.
























Nach all den Jahren mit tristem Bauhaus-Mausgrau im restlichen Stadtgebiet ist das hier gefundene Pompejianisch-Rot wahrlich eine schöne alte Farbe aus der Historie. An den Plattenbauten am Neustädter Markt (in Sanierung) verlangt die Denkmalpflege einen nahezu gleichen Farbton für die Balkone. Dort nennt man es erbauungszeitlich „Honeckers Ochsenblut-Rot“, und auf genau diesen Farbton wird sehr viel Wert gelegt. Beeindruckende sprachliche Wendungen fürs Gleiche, schön nach erwünschter Windrichtung ausgedacht. Prost.
wie peinlich.
Bauhaus in Dresden hat Seltenheitswert. Das was hier so steht, stand und gebaut wird hat damit überhaupt nichts gemein.
und:
Niemand hat ‚Ochsenblut‘ mit Honecker verbunden. O. ist der bekannte alte rotbräunliche Farbton, ist um einiges älter als Honecker und hat ebenfalls nichts mit diesen Ziegelrottönen zu tun, außer der Eisenoxidbasis. Wurde bekanntermaßen für Dielen sowie andere Holzteile innen wie außen benutzt. War billig und bot einen gewissen Holzschutz.
und:
Pompejianischrot ist allenfalls historisierend, aber nicht historisch. Es ist ein nachgebranntes , im ursprungszustand gelblich/ockerfarb’nes Pigment.
viel Spaß beim weiterbilden.
Peinlich sind eher verwegene Einzelmeinungen abseits der Fakten.
Bauhaus dominiert alle Architektenausbildung, ergo ihr Handeln und fast alles Neugebaute. Auch die Bauverwaltung ist unter dieser Fuchtel, ebenso ihre Lobby der „Zeitgenossen“. Das wird von Großteilen der befaßten Bürgerschaft schon ewig scharf kritisiert, es gab je nur unter Gegendruck Zugeständnisse.
Am Neustädter Markt wird weiterhin von „Honeckers Ochsenblutrot“ gesprochen, aufgrund der zeitgeschichtlichen Einordnung der fragwürdigst „denkmalgeschützten“ Plattenoptik, nicht Bezug nehmend darauf, daß natürlich einstige Pigmentverwendung historisch älter sind. Man ist im hier und heute. Gelblich-ocker ist am Pompeij-Rot am Römischen Bad nun auch nichts. Aufwachen!
lol.
die wortwahl der kommentare lässt vermuten, was der eigentliche Grund ist.
nicht alles, was viereckig ist, ist bauhaus. plattenbauten und der kram, der in dd gern gebaut wird ist kein bauhaus.
es gibt eine anzahl älterer gebäude, die der Neuen Sachlichkeit zugerechnet werden, aber auch das ist kein bauhaus. wenn auch näher dran.
Die häuser am Neustädter Markt stehen als gesamtensemble unter denkmalschutz, nicht die plattenbauoptik. und wiederholungen machen Behauptungen zu honeckers farbvorlieben auch nicht wahrer.
und: leseübung, wegen der aussageverdrehung, etwas wäre am röm.bad gelblich-ocker…
lies nochmal:
„Es ist ein nachgebranntes , im ursprungszustand gelblich/ockerfarb’nes Pigment.“
das bedeutet, es war ein im ursprungszustand (an der wand z.b.) gelblich bis gelbockernes pigment, welches sich durch nachträgliche hitzeeinwirkung ins rot verfärbte. haben leute in pompeji entdeckt. daher die bezeichnung.
gibts aber auch zu kaufen und heist terra di siena. ist gelb bis ocker und wenn es gebrannt wird eher rot bis braun bis noch dunkler.
ich freue mich, dass es am bad voran geht und ja vieles vom heute gebauten ist gruselig und die plattenbauten an der hauptstrasse sind zumindest nicht schlechter und ja das bauhaus war ein vorläufer des industriellen bauens mit allem für und wieder.
ich vermute, dass man die wohn- und bürokisten, die überall herum stehen in zukunft auch von der ki planen lassen kann. wird echt hart für die architekten, die zumindest im studium das fach gestaltung hatten