Anzeige

tranquillo

Steht das Projekttheater vor dem Aus?

Das Projekttheater in der Louisenstraße ist in Gefahr! Seit 1990 eines der kulturellen Herzstücke der Neustadt, droht zum 1. Mai das Verstummen: Denn dem ältesten Off-Theater Sachsens wird der Geldhahn zugedreht. Mit einer Petition kämpfen Team und Künstler*innen um das Weiterleben der Traditions-Bühne.

Droht das Ende des Projekttheaters? Foto: Anton Launer
Droht das Ende des Projekttheaters? Foto: Anton Launer

Von Beginn an wurde das Projekttheater auch von der Landeshauptstadt Dresden gefördert. Ab 2013 zog sich das Dresdner Kulturamt jedoch aus der institutionellen Förderung zurück, unterstützte fortan (nur noch) einzelne Projekte. Mit dieser finanziellen Unsicherheit gingen sowohl das Team als auch die engagierten Künstler*innen transparent um, wuppten rund 160 Veranstaltungen mit etwa 7.500 Zuschauer*innen pro Jahr.

Dabei fungiert die Off-Bühne in der Louisenstraße nicht nur als Aufführungsort, sondern auch als Plattform für gesellschaftlichen Austausch, etwa durch Workshops und Diskussionsveranstaltungen.

Der Freistaat Sachsen übernahm die Rolle als Hauptgeldgeber. „Aber nun wurde uns durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus mitgeteilt, dass der Freistaat Sachsen ab 2027 seine Förderung um etwa die Hälfte kürzen wird und erwartet, dass die Landeshauptstadt Dresden den fehlenden Betrag ausgleicht“, sagt Projekttheater-Chef Dirk Strobel. Bislang förderte Sachsen das Projekttheater mit 241.400 Euro jährlich.

Anzeige

teilAuto

Anzeige

Nils Wülker Quartett, Zuversicht, Live, Jazzclub Tonne am 19. April

Anzeige

Semper Oberschule Dresden

Anzeige

Villandry

Anzeige

Tischlerei Schramm

Anzeige

Martin Sonneborn

Anzeige

Societaetstheater

Anzeige

Lehrstellenbörse

Anzeige

Zeitlos

Anzeige

Blitzumzug

Der Ausgleich durch die Stadt Dresden ist, Stand heute, aber sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil, die Förderung von 10.000 Euro für Neufindung und Neukonzeption wurde im Januar vom Kulturausschuss abgelehnt.

Projekttheater-Geschäftsführer Dirk Strobel - Foto: Anton Launer
Projekttheater-Geschäftsführer Dirk Strobel – Foto: Anton Launer

Sparkurs & Zukunft

Mit dem aktuellen Sparkurs der Landeshauptstadt Dresden wird auch die punktuelle Förderung einzelner Theaterproduktionen künftig ungewiss: „Die Stadt Dresden wiederum kürzt ohnehin Förderungen im Bereich Kultur und Soziales und signalisiert, dass eine Förderung des Projekttheaters aus Haushaltsmitteln nicht möglich ist“, berichtet Dirk Strobel.

Kunst & Sorge

Für Tänzerin und Choreographin Rahma Ben Fredj ist das Projekttheater erste Anlaufstelle gewesen und wurde zur zentralen Plattform für „kreative Entwicklung und kulturellen Austausch.“ Bereits dreimal wirkte Ben Fredj am Projekttheater, zuletzt 2025 zur Langen Nacht der Dresdner Theater mit „Die Fremdin“.

Proben für "Die Fremde" im Projekttheater.
Proben von Rahma Ben Fredj für „Die Fremde“ im Projekttheater.

Die Offenheit des Teams habe es ihr ermöglicht, unterschiedliche künstlerische Formen zu erproben und auch ihre Grenzen zu erweitern: „Das Theater hat mich darin bestärkt, auch riskante Ideen auf die Bühne zu bringen“, so Ben Fredj. Die Sorge, es könne zu Ende gehen, ist groß.

Anzeige

teilAuto

Anzeige

Nils Wülker Quartett, Zuversicht, Live, Jazzclub Tonne am 19. April

Anzeige

Martin Sonneborn

Anzeige

Semper Oberschule Dresden

Anzeige

Lehrstellenbörse

Anzeige

Kieferorthopädie Dr. Manuela Beltz

Anzeige

Tischlerei Schramm

Anzeige

Kieferorthopädie

Wachstum & Armut

Bereits 2018 verwirklichte Charles Washington mit M ~ {Birnam Woods} seine erste Arbeit am Projekttheater. Die Dresdner Off-Bühne beschreibt der Choreograph und Tänzer dabei als „essentiell“ für die Entwicklung experimenteller Arbeiten: „Künstlerische Ideen brauchen vielfältige Umgebungen, in denen sie wachsen können. Ohne das Projekttheater wird die Dresdner Kulturlandschaft ärmer, enger und weniger lebendig.“

"M Birnam Woods" om Projekttheater. Mit Cindy Hammer und Charles Washington (Choreographie). Foto: Ian Whalen
„M Birnam Woods“ am Projekttheater. Mit Cindy Hammer und Charles Washington (Choreographie). Foto: Ian Whalen

Flamenco & Katharsis

Unter anderem als Lichtdesigner wirkte David Meister in den vergangenen vier Jahren an sechs Produktionen am Projekttheater mit, zuletzt 2026 für „Hello to you from these places“.

„Das ist ein ganz besonderer Ort, weil hier immer etwas anderes passieren kann. Mal ist es Flamenco, am nächsten Abend eine tieftraurige Performance. Es gibt nichts Vergleichbares in Dresden“, sagt Meister. Zudem sei der Zugang zu den Ressourcen wie Bühne und Technik stets niedrigschwellig und vertrauensvoll gewesen.

Mehrfach arbeitete David Meister bereits im Projekttheater.
Mehrfach arbeitete David Meister bereits im Projekttheater.

Petition & Spendensammlung

Nun hat das Projekttheater-Team eine Petition zum Erhalt der Kulturbühne im Herzen der Neustadt gestartet. Denn die Sache ist ganz einfach ernst: „Sollte unser Ringen um eine Weiterförderung ab 2027 nicht erfolgreich sein, muss das Theater schließen“, so die bittere Rechnung von Strobel.

Die Entscheidung soll am 1. Mai fallen.

Projekttheater

6 Kommentare

  1. 7.500 Zuschauer*innen pro Jahr. ??? Also 20,54 pro Tag => wie konnte solage überhaupt sowas gefördert werden ?? Das ist ja reine Steuergeldverschwendung! Man sollte noch die Leute zur Verantwortung ziehen die sowas beeilligen.

  2. Bei einem Saal mit maximal 85 Plätzen (aufgestuhlt), normal 68 Plätzen, ist ein Schnitt von rund 47 Besucher*innen pro Veranstaltung gar nicht mal so schlecht. In Summe haben wir hier eine Förderung von ca. 30 Euro pro Besucher. Vergleich das mal mit Semperoper, Philharmonie oder Staatsoperette.

  3. Da X vor dem posten nicht selber suchen kann löse ich auf: 2025 waren es wohl 240€ (!!) pro Ticket.

  4. Ich drück dem Projekttheater alle Daumen, dass es irgendwie weiter geht!

    Hab jede Menge tolle Erinnerungen daran!

    Die olle Hochkultur gibts hier in Dresden an jeder Ecke und das meiste wird mit viel Geld gefördert. Der Wiederaufbau des Schlosses wird am Ende über 400 Millionen Euro kosten.

    Aber sämtliche Subkultur kämpft von Saison zu Saison.

    Damit will ich nicht das Eine gegen das Andere ausspielen. Alles hat seine Berechtigung. Aber auch die Kunst vergangener Zeiten war irgendwann mal zeitgenössisch.

    Deshalb fänd ich es schon gut, nicht nur nach hinten zu schauen, sondern auch mal einen Blick auf die Gegenwart zu werfen …

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert