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Alles Fake?! Mythen, Fakten und KI

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Was ist eigentlich noch echt? Bilder lassen sich mit wenigen Klicks manipulieren, Stimmen künstlich erzeugen und Videos täuschend echt verändern. Mit Wahrheit und Täuschung beschäftigt sich am 12. September das Militärhistorische Museum der Bundeswehr. Beim Museumstag „Alles Fake?! Mythen, Fakten und KI“ geht es um Deepfakes und Künstliche Intelligenz, aber auch um Nazi-UFOs, Wunderwaffen, einen Roboterhund und angeblich über der DDR abgeworfene Kartoffelkäfer.

Alles Fake?! Grafik KI-unterstützt, Militärhistorisches Museum
Alles Fake?! Grafik KI-unterstützt, Militärhistorisches Museum

Von 10 bis 18 Uhr verbindet das Museum am Olbrichtplatz historische Beispiele für Propaganda und Mythenbildung mit ziemlich aktuellen Fragen: Wie lassen sich echte Bilder, Stimmen und Videos noch von künstlich erzeugten unterscheiden? Welchen Einfluss haben Algorithmen und soziale Medien auf die öffentliche Debatte? Und welche Rolle könnte KI künftig im Krieg spielen?

Das Programm reicht von Vorträgen und Gesprächen über Workshops und Spezialführungen bis zu Robotik und Kino. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Vom Tiger-Panzer bis zum Nazi-UFO

Dass sich Mythen nicht erst seit ChatGPT und Deepfakes verbreiten, zeigt das Museum an mehreren historischen Beispielen. Der Militärhistoriker und YouTuber Bernhard Kast beschäftigt sich um 10.30 Uhr und 13.30 Uhr mit dem „Mythos Tiger“. Der deutsche Panzer wurde während des Zweiten Weltkriegs von der NS-Propaganda wirkungsvoll in Szene gesetzt und ist bis heute von zahlreichen Legenden umgeben.

Noch ein Stück fantastischer wird es um 11.30 Uhr. Der Historiker Dr. Gerhard Wiechmann geht der Frage nach, wie die angeblichen Nazi-UFOs eigentlich in den Himmel kamen. Die Geschichten von sogenannten Reichsflugscheiben entstanden im Nachkriegsdeutschland und entwickelten sich über Jahrzehnte weiter.

Die legendäre Reichsflugscheibe – bis heute eine viel zitierte Fantasiewaffe. Foto: PR/MHM/Andrea Ulke
Die legendäre Reichsflugscheibe – bis heute eine viel zitierte Fantasiewaffe. Foto: PR/MHM/Andrea Ulke

Das passt zum derzeitigen Schwerpunkt des Museums. In der Sonderausstellung „Wunderwaffen“ wird gezeigt, wie die nationalsozialistische Propaganda Realität manipulierte und Mythen entstehen ließ, die teilweise bis heute weiterleben.

Eine Spezialführung durch die Ausstellung beginnt um 14.30 Uhr. Die Historiker Dr. Jens Wehner und Thoralf Rauchfuß beschäftigen sich dabei mit der Inszenierung vermeintlicher Wunderwaffen.

Wenn KI Empörung produziert

Von den historischen Mythen geht es zu modernen Fakes. Thomas Brandt vom Zentrum Informationsarbeit der Bundeswehr zeigt ab 12 Uhr die Risiken, die mit der Erstellung von Inhalten durch künstliche Intelligenz verbunden sind, und nimmt die Herausforderung in den Blick, vor der unsere wehrhafte Demokratie dadurch steht.

Um Desinformation geht es auch bei „Chaos macht Schule“. Die Experten zeigen um 13.30 Uhr und noch einmal um 15.15 Uhr, warum sich falsche Informationen mithilfe von KI schneller verbreiten können und woran sich Manipulationen erkennen lassen.

Der Medienforscher Jan Rau widmet sich ab 14 Uhr der „Empörung auf Knopfdruck“ und der Frage, wie soziale Netzwerke und KI zugespitzte und emotionalisierte Inhalte verstärken.

Einen militärischen Blick auf die Technik wirft ab 15 Uhr der Militäranalyst Franz-Stefan Gady. Er spricht über die Rolle Künstlicher Intelligenz in künftigen Kriegen.

Roboterhund Spot kommt ins Museum

KI gibt es an diesem Tag nicht nur auf der Leinwand und im Vortragssaal. Das Exzellenzcluster CeTI der TU Dresden bringt den Roboterhund „Spot“ mit. Der vierbeinige Roboter wird um 10.45 Uhr, 12.45 Uhr und 14.45 Uhr vorgeführt. Die Wissenschaftler zeigen, wie solche Systeme in der Forschung zur Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine eingesetzt werden.

Für Kinder gibt es von 13 bis 17 Uhr außerdem den Workshop „Kleine Roboter, große Ideen“. Dort können sie kleine Roboter selber bauen und ausprobieren, wie Steuerung, Technik und Bewegung zusammenspielen.

Beim ganztägigen Wissensquiz „KI oder k.o.“ lässt sich wiederum testen, wie gut man selbst Wahrheit und Täuschung auseinanderhalten kann. Wer noch mehr über die Gefahren und Auswirkungen von künstlicher Intelligenz wissen will, für den ist der praxisorientierte Workshop des Medienkulturzentrums Dresden e. V. „Künstliche Intelligenz als Mittel für alles?“ um 10.45 und 15 Uhr gedacht. Aufgrund der limitierten Platzanzahl ist für diesen Workshop eine Anmeldung per E-Mail an [mhmeinladungen@bundeswehr.org](mailto:mhmeinladungen@bundeswehr.org) unter Angabe der gewünschten Uhrzeit bis zum 10. September 2026 erforderlich.

Vorführung mit dem Roboterhund »Spot« des
CeTI / TU Dresden - Foto: PR/MHM/Frank Grätz
Vorführung mit dem Roboterhund »Spot« des
CeTI / TU Dresden – Foto: PR/MHM/Frank Grätz

Angriff der Kartoffelkäfer

Dass Fake News kein digitales Phänomen sind, zeigt die Spezialführung „Angriff der Kartoffelkäfer“. Um 11.15 Uhr und 15.45 Uhr geht es um Legenden, die sich um Exponate der Dauerausstellung ranken. Dabei werden unter anderem die Fragen geklärt, ob Ritter tatsächlich immer fair kämpften, woher der Ausdruck „08/15“ kommt und ob die USA während des Kalten Krieges wirklich Kartoffelkäfer über der DDR abwarfen.

Wer lieber einen Blick auf Militärtechnik wirft, kann sich bei der Führung „Großgeräte vor und hinter den Kulissen“ um 10.30 Uhr und 12.45 Uhr unter anderem Starfighter, Leopard-Panzer und Patriot-Luftabwehrsysteme anschauen. Dabei geht es auch in das Schaudepot des Museums. Aufgrund der limitierten Platzanzahl ist für diese Führung eine Anmeldung per E-Mail an [mhmeinladungen@bundeswehr.org](mailto:mhmeinladungen@bundeswehr.org) unter Angabe der gewünschten Uhrzeit bis zum 10. September 2026 erforderlich.

Nazis auf der Rückseite des Mondes

Zum Abschluss nimmt das Museum den Mythos mit Humor. Ab 15.45 Uhr läuft die Science-Fiction-Satire „Iron Sky“. Darin haben sich Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Rückseite des Mondes zurückgezogen und planen von dort ihre Rückkehr zur Erde.

Ganz zufällig steht der Film nicht im Programm: Das Museum bezeichnet ihn als „Verschwörungsklassiker“. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit dem Historiker Gerhard Wiechmann.

Alles Fake?! – Museumstag zu Mythen, Fakten und KI

  • Wann: Sonnabend, 12. September 2026, 10 bis 18 Uhr
  • Wo: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
  • Programm: Vorträge, Gespräche, Diskussionen, Workshops, Führungen und Sonderprogramme
  • Eintritt: frei
  • Anmeldung: Für einige Führungen sowie für den Workshop „Künstliche Intelligenz als Mittel für alles?“ ist wegen begrenzter Plätze eine vorherige Anmeldung erforderlich.
  • Weitere Informationen: Programm zum Museumstag
Militärhistorisches Museum am Olbrichtplatz - Foto: Anton Launer
Militärhistorisches Museum am Olbrichtplatz – Foto: Anton Launer
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