Wie heißt es denn nun, das Stückchen Grün zwischen Bischofsweg und Tannenstraße – Alaunplatz, Alaunpark, A-Park oder, wie mir neulich eine vorbeischwebende Träumerin mit Batik-Tüchern zuraunte, der „Launi“? Ich bleibe, wenn auch nicht bei aller Konsequenz, lieber bei Alaunplatz. So steht es schließlich auf dem Stadtplan – und ein bisschen Ordnung muss selbst in der Neustadt sein.

Von Soldaten zu Pionieren
Der Alaunplatz gehört zur Neustadt wie die Dampfer zur Elbe – und ist dabei älter als die meisten Häuser im Viertel. Zu Kaisers Zeiten nahmen hier Soldaten Aufstellung, später Pioniere und FDJler. Weshalb das Grün von 1952 bis zum Ende der DDR den etwas sperrigen Namen „Platz der Thälmannpioniere“ trug.
Seit 1990 heißt er wieder Alaunplatz. Den Namen hat er von einer Alaunflusssiederei, die einst, vor noch viel längerer Zeit, in der Heide stand. Mit dem dort gewonnenen Alaun färbte man Textilien. Von der Siederei aus dem 18. Jahrhundert ist längst nichts mehr zu sehen, der Name aber hat sich erstaunlich hartnäckig gehalten.

Vom Exerzierplatz zum Park
In den 50er-Jahren wurde der Platz begrünt, weshalb er inzwischen von den meisten Besuchern schlicht Alaunpark genannt wird. Klingt ja auch ein bisschen freundlicher als Exerzierplatz. Die Kurzform „A-Park“ ist vor allem in der Punkszene gebräuchlich, die sich hier gern mit Bierkisten, Selbstgedrehten und Ghetto-Blastern versammelt. Wobei die Geräte inzwischen vermutlich häufiger Bluetooth-Boxen heißen.
Aber auch den „normalen“ Neustädter zieht es ins Grüne. Aller Hundescheiße zum Trotz ist der Platz ab 15 Grad Außentemperatur zuverlässig gut besucht. Dann werden Decken ausgebreitet, Bälle getreten, Kinderwagen geschoben und Getränke mit mehr oder weniger Umdrehungen geöffnet.

Zwischendrin finden Zirkusfestivals, Fußballturniere, Kubb-Meisterschaften, Skisprung-Wettbewerbe (als es noch Schnee gab) und Slackline-Contests statt. Manchmal alles gefühlt gleichzeitig. Kurz: Auf dem Alaunplatz ist eigentlich immer was los – und wenn nichts los ist, sitzt wenigstens jemand da und wartet darauf.

Der Alaunplatz
- Der Platz auf dem Stadtplan von Dresden.de
Straßen im Stadtbezirksamtsbereich Neustadt





















Nicht zu vergessen, die Nutzung als Sandgrube und später verfüllt mit Bauschutt nach dem Krieg.
Auch wenn es kein Thema ist, welches mich nachts nicht schlafen lässt- ganz gleichgültig ist mir die Frage „-platz“ oder „-park“ dann doch nicht. Wie Anton Launer bevorzuge ich ersteres, aber gar nicht so sehr der „Ordnung“ halber, sondern weil „-platz“ so sympathisch unprätentiös ist. „Park“ lässt für mich etwas Herrschaftliches, vielleicht auch Abgehobenes mitschwingen, das meiner Meinung nach nicht zu einer Stadt passt, die ihren „echten“ Park bescheiden als „Garten“ bezeichnet. Die Dresdner wissen, was sie an beiden haben, da besteht keine Notwendigkeit, noch groß auf die Kacke zu hauen.
Ja ui. Was für ein guter und schön geschriebener Artikel. Bedauerlicherweise finde ich nichts zum Meckern.
Ich meine mal vernommen zu haben, dass da ganzganz früher mal einigen Zeitgenossen das Dasein verkürzt wurde. Mythos oder nicht, mir egal, ich will weiter daran glauben. Schön schaurig halt.
Jedenfalls, Platz ist was Städtebauliches, Park ist was Landschaftsgestalterisch-Gärtnerisches. Also im konkreten Falle und mit viel Entgegenkommen: Platz, parkähnlich gestaltet. Beratungsresistenten Geschöpfen sage ich manchmal ganz nach alter Schule: Baum auf Wiese an Gebüsch mit allerlei Auswurf garniert. :-)
Sehr gut!
„Alaunpark“ nennen den Platz nur Spätgeborene und Zugereiste.
In meiner Jugend in den 80ern war es der offiziellen Bezeichnung zum Trotz der Lauli.
Man erinnere sich auch an der Verkehrsgarten, dort wo jetzt der Markt stattfindet.
Ein Park ist etwas gediegenes, auch wenn der Lauli jetzt sauberer wirkt ist er eher eine Festwiese.
Insbesondere der geringe Baumbestand und der Sport- und Grillanteil bei der Nutzung rechtfertigt meinen Wunsch: Lasst den Platz Platz sein.
Gruß aus Gittersee.
Gudrill sagt:
Ich bin dort in der Nähe in den 50′ aufgewachsen und es war wirklich der Lauli, natürlich noch mit großen Steinen am Rand der Kamenzer Str., wo wir klettern konnten. Nicht zu vergessen, das an dem Rodelberg eine Säule war, an der Namen von gefallenen Soldaten aus dem 1.Weltkrieg standen. Sie wurde dann viel später unter Protest entfernt.
Es war trotzdem eine schöne Zeit.
Also für mich ist der befestigte Bereich vorn der Alaunplatz und alles dahinter und daneben der Alaunpark, und wenns mal schnell gehen muss der A-Park.