Seit fast einem Jahr bewohnt das Café Mika One die Räumlichkeiten in der Königsbrücker Straße 38. Unter dem Motto „One Vibe. All Equal.“ kann man hier Kaffee, Matcha, Tee, Kakao und Snacks genießen. Um aber mehr als ein nettes Café zu sein, arbeiten die Betreiber*innen Sylvia und Nico Müller mit den Künstler*innen Dominic Kießling und Tina Bobbe zusammen.

Die „Chrome Shell“ veredelt zukünftig den Café-Tresen
Schwer zu übersehen prangt auf dem Tresen des MIKA die silberne Kaffeemaschine. Besser gesagt die „Chrome Shell“, hinter der sich eine Espressomaschine von La Marzocco verbirgt. Das Design stammt von Tina Bobbe. Die Dresdner Künstlerin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Objekte aus ihrem alltäglichen Kontext zu holen. Mit ihren Designs setzt sie der klassischen Bauhaus-Form und Edelstahloptik moderner Espressomaschinen etwas entgegen: Ihre Entwürfe sind rund, teilweise bunt und verspielt. Und alles entsteht in Handarbeit.
Im Mika sind alle gleich und alle willkommen
Für die Zusammenarbeit mit dem Mika One hat sie die „Chrome Shell“ gestaltet. Bei dem Entwurf orientierte sich Bobbe am Motto des Cafés: „One Vibe. All Equal.“ Hier sollen alle gleichberechtigt, kreativ und offen zusammenkommen können – ganz unabhängig davon, wie man ist oder was man trägt. Das Design greift diesen Gedanken auf. Es ist asymmetrisch, organisch und unperfekt – und damit so individuell wie die Menschen, die sich darin spiegeln.

Die „Kaffee-Cloud“ schwebt unter der Zimmerdecke
Von der „Chrome Shell“ ebenfalls reflektiert wird die „Cloud“ von Dominic Kießling. Wie ein zu groß geratenes Kissen schwebt die Skulptur förmlich über den Köpfen der Gäst*innen. Anders als eine klassische Marmorbüste ist die Kunstinstallation ständig in Bewegung. Das Material ist so leicht, dass die „Cloud“ niemals stillsteht und sich bei genauem Hinsehen fortwährend verändert. Die Formsprache ergibt sich aus dem Material und ist streng limitiert. Das Objekt steht nicht für sich, sondern interagiert mit dem Raum.

Begleitet werden die Werke der Künstler*innen von einer limitierten Röstung namens „Drawn to the Weird“. Weird bedeutet so viel wie „komisch“, „anders“ oder „seltsam“. Eben nicht angepasst, sondern individuell wie die Besucher*innen des Cafés. Das Konzept des MIKA entsteht in Zusammenarbeit mit House of Coffee. Stefan Meyer-Götz und Thomas Felsch unterstützen das Café dabei mit ihrem Kaffeewissen und Barista-Trainings.
Kunst und Kaffee im Mika One
Im Mika One trifft Kunst auf Genuss. Nur wenige Meter entfernt ist der Offline Shop, Kunstgeschäft und Raum für Kreativität. Getrennt werden die Läden nur von der restaurierten Holztreppe, die in das Obergeschoss des ehemaligen Kaufhauses in der Königsbrücker Straße führt. So treffen im Mika One und im benachbarten Offline Shop Gastronomie, Kunst und Kreativität auf engem Raum zusammen.
Café Mika One und Tina Bobbe
- Königsbrücker Straße 38, 01099 Dresden
- Montag bis Sonnabend, 11 bis 18 Uhr
- MIKA One
- Tina Bobbe






















Gerade im Zusammenhang mit Kunst wirkt dieser Gleichheits-Slogan auf mich ziemlich befremdlich. Kunst lebt von Individualität, Eigenwilligkeit und dem Mut, anders zu sein – nicht davon, dass am Ende alle gleich sind.
Natürlich: Gleiche Rechte und gleiche Würde für alle – selbstverständlich. Aber daraus ein künstlerisches Ideal der „Gleichheit“ zu machen, ist etwas anderes. Gleichheit kann schnell zu Gleichförmigkeit werden. Und wo bleibt dann das Besondere, das Unangepasste?
Dazu fällt mir der zugespitzte Satz ein: „Gleichheit ist der Leitspruch des Neides: Niemand steht über mir.“ Vielleicht etwas polemisch – aber gerade deshalb eine interessante Frage.
Merken die Beteiligten eigentlich selbst, wie widersprüchlich dieses Phrasendreschen im Kontext von Kunst klingt? Und wenn ja: Was soll dieses demonstrative „All Equal“ dann eigentlich ausdrücken?
„Alle sind verschieden – und willkommen“ wäre für einen Ort, der Kunst und Kreativität für sich beansprucht, jedenfalls die wesentlich spannendere Botschaft.
@Der einzige
Haben Sie möglicherweise folgenden Teil übersehen?
„Hier sollen alle gleichberechtigt, kreativ und offen zusammenkommen können – ganz unabhängig davon, wie man ist oder was man trägt. Das Design greift diesen Gedanken auf. Es ist asymmetrisch, organisch und unperfekt – und damit so individuell wie die Menschen, die sich darin spiegeln.“
Hat meiner Meinung nach nix mit Gleichmacherei oder gar Neid zu tun. Weshalb im aktuellen Klima, wo Diskriminierung schon wieder salonfähig wird, die gleichen Recht und gleiche Würde für alle betont werden, haben Sie sich ja schon selbst beantwortet.
Den Absatz habe ich gelesen. Haben Sie vielleicht überlesen, dass ich gar nichts gegen gleiche Rechte und gleiche Würde für alle geschrieben habe?;)
Mein Punkt ist: Gleichberechtigung ist nicht dasselbe wie „All Equal“. Gerade Kunst lebt von Individualität und Unterschiedlichkeit. Und genau deshalb gefällt mir die „Chrome Shell“ übrigens so gut: eigenwillig, asymmetrisch und individuell – also gerade nicht „gleich“.
@Der einzige
Bevor ich unsere Albernheiten zur Frage, wer was überlesen hat, fortsetze (ich lege Ihnen gerne meinen letzten Satz ans Herz- ich habe durchaus erkannt, das Sie „gar nichts gegen gleiche Rechte“ usw. geschrieben haben), muss ich doch fragen, was der OP dann überhaupt für einen Zweck hatte. Kein Mensch hat behauptet, dass mit „All equal“ die Individualität der Menschen in Frage gestellt wird- außer Ihnen, die Sie aber selbst erkannt hatten, dass sich das Schlagwort vermutlich auf gleiche Rechte usw bezieht.
Denn natürlich haben Sie vollkommen recht: Menschen sind unterschiedlich, Kunst auch! Ob das jetzt aber eine so umwerfend neue Erkenntnis ist…? (Wir haben, btw., hier im Forum schon einen Experten für Gemeinplätze und Scheindiskussionen; mir persönlich ist das schon einer zu viel…)