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Tabakladen am Bischofsplatz: Neuer Inhaber

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Vor gut einem Jahr hat Leonhard Zickler den Tabakladen am Bischofsplatz von seiner Mutter übernommen. Nun wendet sich der neue Inhaber mit einem offenen Brief an die Bewohner*innen der Neustadt und des Hechtviertels. Darin versucht er, einen Neuanfang für das Geschäft zu markieren, das in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Protesten und Angriffen geworden ist.

Leonhard Zickler hat den Tabakladen von seiner Mutter übernommen. Foto: Anton Launer
Leonhard Zickler hat den Tabakladen von seiner Mutter übernommen. Foto: Anton Launer

„Mein Laden ist ein Ort, an dem jeder Mensch willkommen ist – unabhängig davon, wie du aussiehst, wen du liebst oder woran du glaubst“, schreibt Zickler in dem Brief (hier als PDF). Er hofft, dass die Menschen in der Nachbarschaft ihm und seinem Team die Chance geben, das zu beweisen.

Die Konflikte um das Geschäft reichen mehrere Jahre zurück. Sie stehen im Zusammenhang mit Leonhard Zicklers Vater Hans-Jürgen Zickler. Der 72-Jährige ist Mitglied der AfD-Landtagsfraktion und Stadtbezirksbeirat in der Neustadt. Er arbeitete selbst mehrere Jahre in dem Geschäft, das damals von seiner Ehefrau, Heike Zickler, geführt wurde.

2019 kam es zu wiederholten Protesten und Ausschreitungen. Unter anderem zog die Demonstration „Kein Viertel für Nazis“ durch die Neustadt. Es gab mehrere Farbanschläge und auch einen Boykottaufruf gegen den Laden. Zuletzt wurde das Geschäft während der Ausschreitungen in der Silvesternacht 2025 angegriffen.

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Leonhard Zickler hat diese Auseinandersetzungen aus nächster Nähe erlebt. „Ich bin hier im Viertel aufgewachsen“, erzählt er. Die Ereignisse von 2019 und persönliche Anfeindungen auf der Straße hätten ihn damals stark beschäftigt. Er habe selbst versucht zu vermitteln und das Gespräch gesucht – allerdings ohne Erfolg.

Tabakladen am Bischofsplatz – Foto: Anton Launer
Tabakladen am Bischofsplatz – Foto: Anton Launer

Zickler hatte zunehmend das Gefühl, zwischen Fronten zu stehen, die er sich nicht ausgesucht hatte. Er kehrte dem Hechtviertel und dem Laden den Rücken. Erst Jahre später kam er zurück. Vor gut einem Jahr entschied er sich schließlich, das Geschäft seiner Mutter zu übernehmen. „Als Kind hätte ich mir nie vorstellen können, den Laden einmal selbst zu übernehmen, nach 2019 war dieser Gedanke für mich sogar noch viel absurder“, sagt Zickler. Erst Jahre später, als er seiner Mutter wieder im Laden ausgeholfen hatte, habe er gemerkt, dass ihm die Arbeit hier sehr viel Freude macht und er jeden Tag motiviert und mit einem Lächeln zur Arbeit komme. Das hätte er in vorherigen Anstellungsverhältnissen nie in der Art und Weise verspürt.

Bevor er sein Gesicht öffentlich mit dem Laden und dem Image in Verbindung bringt, wollte er wissen, ob er den Laden wirklich so führen kann, wie er es sich vorstellt. Ob er überhaupt in der Lage ist, selbstständig zu sein, ob er ein Team aufbauen kann, ob die Veränderungen funktionieren und ob sich das Ganze wirtschaftlich trägt. „Jetzt habe ich diese Gewissheit, ich habe ein Team, auf das ich stolz bin, den Laden so gestaltet, wie ich ihn führen möchte, und mit meinem ersten Jahresabschluss habe ich die Sicherheit bekommen, dass die Entscheidung richtig war“, sagt Zickler. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sich auch öffentlich als Inhaber vorzustellen.

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33 Kommentare

  1. Alles Gute für ihn und den Neuanfang des Ladens. Hoffentlich checken und respektieren auch diejenigen, die die Neustadt mit ihrem aggressiven, destruktiven, kriminellen und extremistischen Auftreten und Handlungen beschädigen und belasten und gegen ein soziales und friedliches Miteinander sind.

  2. „schön, aber ä bissel was zur afd hätte ich schon ganz gern gehört.“
    Wieso soll jemand, der/die einen Laden übernimmt, ein Statement zu einer Partei abgeben? Prinzip „Sippenhaft“?

  3. … dass ein neuer Ladenbetreiber zur Geschäftsübernahme das Wohlwollen einer kriminellen Truppe braucht hat, ist schon etwas beunruhigend.

  4. Ich rauche zwar nicht, bin aber hin und wieder im Laden, um Pakete abzugeben oder wenn ich nach einem Blick aufs Konto trotz besseren Wissens verzweifelt versuche, den Euro-Jackpot zu knacken. Die zwei jungen Männer sind echt jedes Mal super freundlich und hilfsbereit. Ich wünsche dem Laden alles Gute! Sippenhaft ist Quatsch, da müsste sich wohl jeder zweite hier rechtfertigen für die politischen Ansichten im Elternhaus.

  5. Na wenn ich einen Laden von einem Afd-fritzen übernehme, der zufälligerweise auch noch mein Vaters ist und dem ich dann die Miete zahle. Ist schon spannend. Nix mit Sippenhaft. Hätte ich auch jeden anderen gefragt.

  6. Vor vielen Jahren wurden die Rechtsextremen aus dem Hechtviertel vertrieben. Leider sind die Linksextremen hier geblieben. Wäre schön, wenn die Herrschaften und deren Nachwuchs vielleicht auch noch eine neue Wirkungsstätte oder Aufgabe finden und das Viertel einfach einen Ort sein lassen, wo man Gemeinsam und Miteinander agiert.

  7. @Nikkibude
    Ihm bleibt wohl nichts übrig, wahrscheinlich möchte auch keine Versicherung mehr so ein Risiko zeichnen. Da kann man nur hoffen, dass das symbolische Handreichen ausreicht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  8. @Hechtler: Dem kann man nur zustimmen. Der Personenkreis, der hier regelmäßig das ganze Viertel mit sensationell hässlichen Tags zusprayt, regelmäßig die AOK verwüstet und dabei nicht mal Rücksicht auf wirklich schöne Bilder oder Zeichnungen von Kindern nimmt, sollte ebenfalls noch mit verschwinden.

    Das Hauptproblem des Hechtviertels sind inzwischen diese Sprayer und die intolerante und gewaltbereite Antifa-Szene (ggf. sind das auch die gleichen Personen). Ich kenne aber auch niemanden von den normalen Mitbewohnern, der für das Verhalten von solchen Menschen auch nur ansatzweise Verständnis hat. Zuletzt wurden von solchen Herrschaften sogar Plakataktionen durchgeführt, wo Personen namentlich benannt wurden. Das ist aus meiner Sicht das Kernproblem und nicht der benannte Laden, wo sich seit Jahren stumpfsinniger ideologischer Frust und Zerstörungswut einer Minderheit ablädt.

  9. Lieber Anwohner im Hecht,

    ich bin eine Anwohnerin im Hecht, bespraye nichts und kenne die von einigen Leuten hier benannte Gruppe nicht. Dennoch bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, hier über die Ladenbesitzer:innen und Leute hinter dem Tresen aufzuklären. Ich persönlich möchte dort aus den bekannten Gründen nichts kaufen und informiere auch Freund:innen darüber.

    Bzgl. „Sippenhaft“: Man kann und darf mit Familienmitgliedern brechen, wenn man deren politische Meinung absolut nicht in Ordnung findet. Das wird hier aber offensichtlich nicht getan. „Zwischen den Stühlen stehen“ – wenn eine Seite rechtsextreme Inhalte vertritt, verstehe ich persönlich nicht – bzw. verstehe ich nur, wenn da prinzipiell Offenheit diesen Inhalten gegenüber besteht. Sonst müsste eine klare Abgrenzung doch möglich sein.

    Beste Nachbarschaftsgrüße

  10. „Na wenn ich einen Laden von einem Afd-fritzen übernehme, der zufälligerweise auch noch mein Vaters ist und dem ich dann die Miete zahle. Ist schon spannend. Nix mit Sippenhaft.“
    Doch, das ist ein Aspekt von Sippenhaft: Dem Sohn des „Afd-fritzen“ [sic] wird erst mal grundsätzlich Misstrauen entgegengebracht, da er sich nicht öffentlich von dessen Haltung distanziert hat oder gar (s. Anwohnerin im Hecht) mit dem Vater gebrochen hat.

  11. @versteher, wenn ich das richtig verstehe, gehörte der Laden doch der Mutter, und der Vater half nur gelegentlich aus? In seinem Brief steht dazu auf jeden Fall „Wer bei mir einkauft, unterstützt damit mein Team und mich. Mehr steckt nicht dahinter.“

  12. Ich würde vermuten, dass es zunehmend schwerer werden würde den persönlichen Bedarf zudecken, wenn man den Einkauf von der politischen Haltung des Ladenbesitzers, seiner Eltern oder der dort tätigen Mitarbeiter ausmacht. Wo fängt man an und wo hört man dabei auf? Für mich gesprochen, wären dann rechts, links, extrem, feindlich gegenüber dem jüdischen und ukrainischen Volk als Händler ausgeschieden. Dazu kommen noch die ganzen Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner. Insofern könnte man den mutigen Schritt des Betreibers auch einfach so stehen lassen. Ich bezweifle, dass er mit seinem Vorstoß etwas verschleiert, sondern einfach eine Chance für einen Neuanfang nutzen möchte. Familie kann man sich, ähnlich wie Kollegen und in den meisten Fällen wie Nachbarn nicht aussuchen und trotzdem anderer Meinung sein.

  13. @Anwohnerin im Hecht:
    wie du selbst schreibst: man „kann“ und „darf“. Und die eigene Auseinandersetzung mit solch schwierigen Themen und Dynamiken in der eigenen Familie sollte dann auch jedem selbst überlassen werden.
    Mit der eigenen Familie zu brechen ist so ziemlich eine der einschneidendsten Entscheidungen, die man im Leben treffen kann. Sich als Fremde, vielleicht „Nachbarin“, anzumaßen, das zu fordern, ansonsten wird der Versuch, sich eine Existenz aufzubauen, boykottiert, finde ich gelinde gesagt extrem borniert. Es ist keinen Deut besser, als damals, als „kauft nicht bei Juden“ geschrien wurde. Die das damals riefen, dachten wahrscheinlich auch, sie retten die Welt damit vor „dem Bösen“.

    Würden wir von all unseren Mitmenschen, die Großeltern hatten, die im BDM oder der Hitlerjugend waren, die jüdische Nachbarn nicht mehr gegrüßt haben oder einfach bei allem weggeschaut haben und später von allem nichts gewusst haben wollen, oder von denen, die Familienmitglieder bei der Stasi hatten, verlangen, mit ihren Familien zu brechen, dann gäbe es keine unzerbrochenen Familien in diesem Land. bzw wenn man konsequent all deren Gewerbe boykottieren würde, dann gäbe es auch davon nicht mehr so viele. und viele Freunde hätten wir dann wahrscheinlich auch nicht mehr.

    Wirksame Abgrenzung, die tatsächliche Veränderung schaffen kann, kann nur gelingen, wenn man sich positioniert und mutig und beharrlich im Kontakt und im Dialog bleibt und eben nicht dadurch, dass man durch Beziehungsabbruch den Dialog verlässt. Letzteres befördert nur Bitterkeit, vertieft Gräben, erzeugt noch mehr Wut und Widerstände und verhindert ein Aufeinanderzugehen langfristig und nachhaltig. Und außerdem gibt es der AFD einmal mehr die Möglichkeit, sich als Opfer von Hetzkampagnen darzustellen.

    Disclaimer: ich schreibe das hier, ohne jegliches Hintergrundwissen zu diesem speziellen Fall. mich hat einfach nur schockiert, mit welcher Selbstverständlichkeit du als Außenstehende forderst, dass jemand die Beziehung zu einem Elternteil abbricht. Aber vielleicht hast du ja schon persönlich mit dem Jungen Ladenbesitzer gesprochen, ihn gefragt, wie er zu der politischen Aktivität seines Vaters steht, oder dazu, wie er persönlich damit umgeht? Was seine eigene Haltung ist, und wie er mit der Ambivalenz umgeht? Ob er vielleicht an anderer Stelle einen Ausgleich schafft z.b durch Spenden an Demokratie fördernde Organisationen oder ähnliches?
    Widerstand gegen Rechts hat auch viele Formen. Ich persönlich bevorzuge die konstruktiven.

  14. Ich würde fast alles unterschreiben, wenn hier von konstruktiven Miteinander geschrieben wird. Vor allen Dingen keine Gewalt. Und nein es geht hier auch nicht um Sippenhaft. Aber wenn der Eigentümer des Hauses sich politisch für die AfD, einer Partei die vieles von dem was es hier im Stadtteil gibt, zerstören will, in unserem Stadtbezirk betätigt, dann fühlt es sich schon extrem schlecht an. Dabei gehe ich davon aus, dass die Miete letztendlich an den Vermieter/Eigentümer geht.

  15. @versteher… in dem Haus sind auch noch Mietwohnungen… die zahlen ihre Miere alle Quasi an die AFD… wer nicht sofort auszieht wir öffentlich verbrannt, oder was?
    mensch kümmert Euch doch mal um Eure eigenen Fehler und Ihr erkennt, das da genug Arbeit wartet.. ich kann das Motto nur empfehlen: „Rede nicht über andere, rede über Dich!“

  16. @Kathrin A.
    Grundsätzlich stimme ich Ihnen in nahezu allem zu: Konstruktive Kritik ist besser und kann nur wirken, wenn Kontakt besteht. Mit der Familie brechen ist eine der extremsten Entscheidungen, die man treffen kann. Trotzdem glaube ich nicht an an Land, in dem es keine intakte Familen mehr gäbe und keiner Freunde oder Läden zum Einkaufen hätte. Sie ignorieren, dass einige, möglicherweise viele der Altvorderen, ob Nazi oder Stasi, mit der Zeit eingesehen haben, dass ihre damaligen Handlungen, sagen wir, fragwürdig waren. Oder, dass vieles von den Beteiligten als weniger wichtig als z.B. die Familie angesehen wird. (Natürlich gibt es auch die Unbelehrbaren, die sich nie irgend eines Fehlers, einer Schuld bewusst sein werden. Mit denen muss man umgehen, und wenn alles andere versagt, spricht vieles, schon aus Eigenschutz, auch für einen Kontaktabbruch. Der ja auch nicht in Stein gemeißelt ist…)
    Hier geht es aber nur um einen Laden, und ich finde es vollkommen legitim zu sagen, dass man eine eventuelle politische oder soziale Haltung nicht unterstützen mag, indem man dort Geld lässt. Es mag genügend andere geben, die aus genau den gleichen Gründen extra dort einkaufen möchten. (Im Prinzip gelebte Demokratie- keiner wird zu irgend etwas gezwungen.) Hier eine Parallele zum Boykott von jüdischen Geschäften zu ziehen, deren Betreiber permanent Verfolgung, Diskriminierung und Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt waren, halte ich ich extrem unangemessen, um mal milde im Ton zu bleiben.

  17. @versteher Du bist Dir also über die Gesinnung Deines Vermieters absolut im Klaren und hast danach Deine Wahl getroffen? ;)

    @Kathrin A. Danke dafür! Erspart mir eine Menge Zeit. (Es mag ihr ja bei ihrer Familie im Zweifel leicht fallen – was auch tief blicken lässt.)

  18. Mensch Leute, der Garten vertrocknet, aber Hauptsache der Kübel am eigenen Fenster wird gegossen, gehegt und gepflegt, denn schließlich muss es ja ins Bild des jeweiligen Viertels passen. Zwei ehrliche Fragen an alle, habe selbst auch keine feuerfeste Antwort:

    1. Wem Sippenhaft als Begriff zu hart erscheint, würde das, was hier manche fordern, nicht mindestens dem Prinzip der Kontaktschuld entsprechen? Sollen wir künftig immer vor jeder zwischenmenschlichen Interaktion einen Disclaimer zur Prüfung vorleg/sen? Wenn der neue Betreiber dies schriftlich getan hätte, dann bin ich mir sicher, dass dies für einige Leute eine Steilvorlage gewesen wäre, den entsprechenden Text Wort für Wort zu sezieren und ein Karussell loszutreten. Ist persönliches Unterhalten nicht besser?

    2. Kann hier jeder von sich behaupten bei eigenen Konsumentscheidungen (materiell, kulturell, medial) immer so konsequent zu sein, wie es manche hier als Maßstab bei anderen anlegen? Ich persönlich finde ja zB, dass jeder ETF-Jünger nicht gerade wenig gesellschaftlichen Schaden anrichtet.

  19. Ja ich weiß, dass mein Vermieter keiner ist, der einen erheblichen Teil der hier Lebenden ablehnt und das ist mir auch wichtig.

  20. Vor allen: Liebe Kathrin A.,

    Wissen Sie, wem der Laden gehört? Die Miete als Einnahme geht immer noch an Herrn Zickler Senior. Darauf hat schon @versteher hingewiesen. Warum suchst sich der Sohn nicht irgendeinen anderen Laden? Dafür muss nicht einmal mit der Familie gebrochen werden. Es ist schlicht eine Entscheidung, die Miete an jemand anderen zu zahlen. (Auch an @ Rudi Leo)

    Bzgl. des Brechens mit Familienteilen: Da habe ich persönliche Erfahrungen gemacht, also muss hier nicht mit diversen Beschimpfungen oder Vorwürfen um sich geworfen werden. Ich bin mir dessen bewusst, dass das nicht „einfach so“ funktioniert. Wenn Demokratie und das Grundgesetz aber dermaßen angefeindet werden, wie es die AfD tut, und dies von Familienmitgliedern vehement vertreten wird, wenn man teils Zeugin von rassistischen Ausfällen wird und weiterem, dann fand ich persönlich das nicht mehr vertretbar. Ich sage nicht, dass Herr Zickler Junior mit seiner Familie brechen soll, ich sage, dass es eine Möglichkeit von vielen ist und dass ich nicht bei ihm einkaufen werde. Das ist ein großer Unterschied.

    Mein persönliches Highlight der verwerflichsten Kommentare hier ist übrigens Ihr Vergleich mit „Kauft nicht bei Juden“.. das hat hier schon jemand anderes sehr gut eingeordnet: Absolut unangebracht!

    Darüberhinaus ist es wichtig, hier über die Tatsachen zu diskutieren. Deshalb hier eine Uno Reverse Karte für Sie: Haben Sie schon einmal mit dem Ladenbetreiber gesprochen und gefragt, ob er an Demokratieprojekte spendet? Wenn nicht, dann ist das ein höchst unwahrscheinliches Ereignis, reine Spekulation, mMn. Und ja, ich habe tatsächlich mit dem Ladenbesitzer gesprochen. Er hat nicht den Anschein gemacht, da ein „Doppelleben“ hinter den Augen seines Vaters zu führen… aber vielleicht haben Sie da andere Informationen? Dann teilen Sie die doch gerne. Wenn nicht, dann bleiben Ihre Vorstellungen hier nur reine Fantasie und wirken eher merkwürdig.

    Nachbarschaftliche Grüße

  21. Kommentare wie [Es ist keinen Deut besser, als damals, als „kauft nicht bei Juden“ geschrien wurde.] können nur von Level 1 Trollen kommen…

    Der Boykott und die Angriffe auf jüdische Geschäfte basierten auf Rassismus und Antisemitismus – also auf unveränderbaren Merkmalen von Menschen, die systematisch gedemütigt, enteignet und schließlich ermordet wurden.

    Diese politische Auseinandersetzung hier richtet sich jedoch gegen politische Positionen und Ideologien. Man kann sie wählen, vertreten – aber sich auch von ihnen distanzieren.

    Eine einfache, unmissverständliche Distanzierung zu den Positionen seines Vaters fehlt. Mit der Phrase „Jeder ist willkommen“ sollte dieses Thema wohl abgehakt werden. Das ist unkonkret und kleinlaut. Für einige Kommentierende reicht das aber schon – mindestens für einen Stolperstein vor der Tür. Schade.

  22. Dieses Geschäft kenne ich schon aus DDR-ZEITEN und aus der Zeit der Wende und danach, als ich noch ein Kind respektive Jugendlicher war – Muttern ging da öfters mal einkaufen.

    Und später hatte ich, wenn ich dran vorbei kam, mir auch die eine und andere Schachtel Cigaretten gekauft.

    Das aber jenes Geschäft in den letzten Jahren Ziel politischer Auseinandersetzungen gar Anschläge wurde, wirft doch ein sehr ungutes Licht auf die Neustadt respektive insbesondere das Hechtviertel.

    Da gibt es eine gewisses Klientel, das tatsächlich von sich meint, es besäße die alleinige Deutungshoheit politischer Wahrheit.

    Aber Extremismus an sich scheint wohl nur in den Augen bestimmter „Aktivisten“ zu liegen.

    Und die Forderung, die hier gewisse Kommentatoren zum Ausdruck bringen, der Herr Zickler könne oder solle mal so mir nichts dir nichts mit seiner Familie, insbesondere aber mit seinem Vater brechen, ist unter meinen Augen schon ein Ausbund an Vermessenheit.
    Wie Herr Zickler mit den politischen Attitüden seines Vaters umgeht, sollte doch einzig und allein ihm vorbehalten bleiben und geht daher niemanden etwas an.

    Gewisse Basisdemokraten, die glauben, bei ihnen finge die Menschheit an, sollten ersteinmal den Schmutz vor der eigenen Tür anfangen wegzukehren, daran täten diese weiß Gott besser – und nicht anderen ständig auf den Senkel gehen respektive diese zu reglementieren.

    Jedenfalls wünsche ich Herrn Zickler alles erdenklich Gute, mit seinem Geschäft.

  23. Ach je, @Michael, da bricht sich aber auch lang gehegter Groll die Bahn, oder? Denn die Rundumschwünge gegen ein „gewisses Klientel“, „gewisse Kommentatoren“ und „gewisse Basisdemokraten“ sind zumindest durch Äußerungen hier im Forum kaum gerechtfertigt (und, nebenbei bemerkt, an unkonkreter Schwurbelei kaum zu überbieten. „Gewiss“ ist alles mögliche, nur nichts Gewisses…)
    EINE Foristin hatte darauf hingewiesen, dass man als Kind nicht unbedingt die politischen Ansichten der Eltern übernehmen muss. Im Kontext (den ich ja für wichtig halte) kann man das aus einem bestimmten Blickwinkel als ein wenig übergriffig interpretieren, aber im gleichen Post hat die Foristin vorher ganz klar nur über ihre eigenen Präferenzen gesprochen (die ich im Übrigen teile: auch ich würde mein Geld, hätte ich die entsprechenden Infos und die Wahl, lieber bei Personen ausgeben, die ich schätze.) Es ging also keineswegs um Forderungen, Verbote oder Verfolgung, weshalb mir sowohl Stoßrichtung als auch Vehemenz Ihres Postes (und „gewisser anderer“) als recht verfehlt vorkommen wollen.

  24. @Schweesdo Onie da fühlt sich wohl jemand auf den Fuß getreten, was oder wollen Sie einfach nur das berühmte letzte Wort für sich beanspruchen?
    Auch interessant, was Sie glauben aus meinem Kommentar herauslesen zu wollen.
    Nun, wie Sie es mit diesem Geschäft halten, liegt in Ihrem Dafürhalten – aber zwischen den eigenen Präferenzen und Übergriffigkeiten – wie man gerade immer wieder heutzutage sehen muß – liegt oft nur ein kleiner Schritt.

    Nur soviel noch: wir brauchen hier keine Zustände wie in Connewitz oder in bestimmten Berliner Stadtbezirken.

    Fürderhin glaube auch ich nicht, der Platz hier unter diesem Artikel geeignet ist, politische Ansichten auszufechten.

    So will mit besten Grüßen Ihnen verbleiben…

  25. @Michael
    Auch wenn es schwer fällt, möchten Sie bitte nicht von sich auf andere schließen: Die Unterstellung, es wäre nur ein kleiner Schritt von meinen Präferenzen zu Übergriffigkeiten halte ich für übergriffig. (Ebenso übrigens die präpotente Behauptung, zu wissen, was „wir“ brauchen oder nicht, aber das nur nebenbei.)
    Bin gespannt auf Ihre Antwort, denn auch das mir unterstellte Bedürfnis, das letzte Wort zu behalten, ist wohl eher eine Projektion. Wie auch die ebenfalls unterstellte Absicht, politische Ansichten austauschen zu wollen- nichts läge mir ferner. (Aber ich bin derjenige, der Dinge aus einem Kommentar „herausliest“ – ne, is klar…)

  26. „Das aber jenes Geschäft in den letzten Jahren Ziel politischer Auseinandersetzungen gar Anschläge wurde, wirft doch ein sehr ungutes Licht auf die Neustadt respektive insbesondere das Hechtviertel.“

    Warum? weil mensch etwa Nazischeiße im Viertel dulden muss, nachdem sich jahrelang Mühe gegeben wurde, eben diese nicht im Viertel zu haben?

    „…mal so mir nichts dir nichts mit seiner Familie, insbesondere aber mit seinem Vater brechen,…“
    insbesondere? mit der Mutter wär wohl nicht so schlimm, meinste?

    Würg.

  27. @Schweesdo Onie wo bitte habe ich von IHREN Präferenzen geschrieben?

    Und ich repetiere gerne nocheinmal: WIR brauchen hier definitiv keine Zustände, wie in Connewitz oder mögen Sie Straßenschlachten und brennende Barrikaden und das zerstören fremden Eigentums ist ja erst recht mit nichts zu entschuldigen.

    Und von politischen Ansichten auszutauschen habe ich hier ebenfalls nichts geschrieben, ergo bitte noch einmal richtig lesen.

    @keks gibt es irgendwelche Probleme? Wo sehen sie hier „Nazis“?

    Was ich hier vor allem sehe, einen Anstieg von Kriminalität: mein Vater als Beispiel, 84 und aufgrund seiner Kränklichkeit gehbehindert und daher auf einen Rollator angewiesen, ist selbst leider schon zwischen 2024 und 2026 mehrfach Opfer selbiger geworden, indem man ihm die Tasche geraubt hat.
    Vielleicht sollte man sich mal mit solcherlei Realität auseinandersetzen, als irgendwelchen Phantasien nachzuhängen.
    Und auch Ihnen empfehle ich höflichst meinen obigen Kommentar noch einmal richtig zu lesen.
    Vielen Dank!

  28. Ich würde es begrüßen, wenn wir uns alle etwas beruhigen könnten. Dazu möchte ich folgende Denkanstöße geben: Niemand muss dort einkaufen. Die einen sind mit der einen „merde“ nicht einverstanden, die anderen eventuell mit einer anderen „merde“ nicht. Wenn es der Familie darum ginge, das Geschäft aus Gesinnungsgründen fortzuführen, wäre es einfacher es unterzuvermieten oder Gesellschaften zu gründen um den eigentlichen Nutznießer zu verschleiern. Dazu kommt, dass ein offener Brief in manchen Augen Unglaubwürdigkeit ausstrahlt, man sich diesen aber auch hätte sparen können, wenn man einfach weiter machen möchte wie bisher. Wir können nun also über die Hintergründe des Betreibers sinnieren oder auch über die Absichten einzelner Kommentatoren. Wir können auch über das familiäre Verhältnis des Betreibers genau so wie über die politische Einstellung der Kommentatoren Vermutungen oder gar Diagnosen stellen. Entspannter ist das Leben jedoch nach meinem ersten Punkt: niemand ist gezwungen… usw.

    Abschließen möchte ich mit einer Unterstellung, einer Diagnose aus der Ferne oder, vielleicht aus meiner attestierten Unwissenheit heraus, mit einem Gefühl schließen: was wäre es, wenn es sich um einen Abnabelungsprozess handelt. Einem Prozess, der jemanden auf eigene Füße stellt der dabei einen anderen Weg einschlägt und eine andere Meinung vertritt, ohne mit der Familie brechen zu wollen. Und was wäre, wenn diese Familie ihm vorher genau die hier dargebrachten Reaktionen einiger bereits prophezeit hat? Welche Mühle sich mit so einer Haltung wohl am Ende schneller dreht…?

  29. @Michael
    Um Ihre Frage zu beantworten (wo Sie sich offenkundig nicht erinnern, was Sie geschrieben hatten):
    „Nun, wie SIE [Hervorhebung von mir, Anrede darüber war „Schweesdo Onie“, nur zur Erinnerung] es mit diesem Geschäft halten, liegt in IHREM Dafürhalten [wieder meine Hervorhebung, immer noch unter der Anrede „Schweesdo Onie“] – aber zwischen den eigenen Präferenzen und Übergriffigkeiten – wie man gerade immer wieder heutzutage sehen muß – liegt oft nur ein kleiner Schritt.“
    Wenn Sie vom „kleinen Schritt“ im gleichen Satz sprechen, in dem Sie mich zweimal angsprochen hatten, dann liegt es nahe, dass Sie damit auch mich adressieren. Wenn Sie es jetzt ganz anders gemeint haben wollen, nehme ich Ihre Entschuldigung natürlich gerne an.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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