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Braumeister Stark braut zum 190. Jubiläum ein Bier nach altem Rezept

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190 Jahre Bier aus dem Waldschlösschen: Zum Jubiläum hat Braumeister Holger Stark ein Spezialbier nach historischem Vorbild gebraut, und am 15. August wird gefeiert – mit Führungen, Quiz und Jubiläumspreisen, aber ohne Musik.

Braumeister Holger Stark und Geschäftsleiter Benjamin Hamm mit dem Jubiläumsbier. Foto: Anton Launer
Braumeister Holger Stark und Geschäftsleiter Benjamin Hamm mit dem Jubiläumsbier. Foto: Anton Launer

Am 12. August 1836 taten sich 14 Dresdner Bürger zusammen und gründeten den Actienverein der Societätsbrauerei zu Dresden. Ihr Plan war ambitioniert: eine Großbrauerei, die Bier nach bayerischer Art herstellt. Schon am 26. März 1838 wurde die Brauerei feierlich eingeweiht, noch im selben Jahr erfolgte die Umbenennung in Waldschlösschen AG. 190 Jahre später – die Brauerei selbst zählt seit dem Gründungsjahr 1836 – ist das Haus am Fuße des Waldschlösschens immer noch in Betrieb.

Bier aus Böhmen und Bayern

Stark, seit 1997 Braumeister im Waldschlösschen, ordnete die Geschichte der Dresdner Brauerei ein: Aus der Zeit der Gründung selbst gebe es kaum noch Unterlagen, doch die Braukunst kam damals über zwei Wege nach Dresden – aus Böhmen und aus Bayern. Die ersten Braumeister des Hauses kamen durchweg aus Münchner Brauereien. „Das ursprüngliche Bier war sehr dunkel und sehr stark, untergärig gebraut und moderat gehopft“, erläutert Stark. Das Bier nach Pilsner Brauart, heute in Deutschland weit verbreitet, war damals noch gar nicht erfunden. Dieses Bier schuf der bayerische Braumeister Josef Groll am 5. Oktober 1842 in Pilsen im heutigen Tschechien.

Waldschlösschen-Brauerei um 1856.
Waldschlösschen-Brauerei um 1856.

An diese Tradition will Stark mit dem Jubiläumsbier „Anno 1836“ anknüpfen. „Das haben wir eigens zum 190-Jährigen gebraut“, sagt er. Das Bier ist leicht rötlich, hat rund 5 Prozent Alkohol und orientiert sich an alten Rezepturen: altes Getreide, alte Hopfensorten, Malz aus Spezialmälzereien. Neben dem Jubiläumsbier gehören ein Sommerbier und ein Adventsbier zum saisonalen Repertoire der Brauerei. Eine Rolle spielt dabei auch das Dresdner Stadtwasser, das laut Stark für das Bierbrauen besonders geeignet und vergleichsweise weich ist.

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Von 100.000 Hektolitern zu handwerklicher Größe

Die Zahlen zeigen, wie sehr sich die Produktion seit der industriellen Blütezeit verändert hat: Um 1900 verließen rund 100.000 Hektoliter Bier im Jahr die Brauerei, heute sind es noch etwa 1.000 Hektoliter. Damals war am Standort noch die komplette Brauerei industriell in Betrieb, heute wird deutlich kleiner und handwerklicher produziert. Wer das Bier mit nach Hause nehmen möchte, kann es laut Hamm auch außer Haus kaufen – etwa im mitgebrachten Bier-Syphon zum Selbstbefüllen, für den größeren Durst gibt es kleine Fässer.

Gibt's nicht zu kaufen: Das Jubiläumsbier in der edlen 0,75-Liter-Flasche kann man am 15. August zur Jubiläumsfeier beim Quiz gewinnen. Foto: Anton Launer
Gibt’s nicht zu kaufen: Das Jubiläumsbier in der edlen 0,75-Liter-Flasche kann man am 15. August zur Jubiläumsfeier beim Quiz gewinnen. Foto: Anton Launer

Fest ohne Fanfaren

Zum Jubiläum lädt das Brauhaus am Sonnabend, den 15. August 2026, ab 11:30 Uhr zu einer kleinen Feier: Brauhaus-Quiz, kostenlose Brauereiführungen, kulinarische Köstlichkeiten zu Jubiläumspreisen und natürlich das „Anno 1836“ vom Fass. Bewusst verzichtet das Haus dabei auf Musik – gefeiert wird, aber ohne großes Bühnenprogramm.

Platz genug ist vorhanden: Der Biergarten mit Selbstbedienung fasst rund 400 Gäste, drinnen gibt es etwa 350 Plätze, auf der Terrasse weitere 170. Wer in größerer Runde feiern will, kann eines von zwei begehbaren Fässern reservieren, an denen bis zu acht Personen Platz finden. Auf der Karte stehen neben Klassikern wie Schnitzel und Burger auch ein Rindergulasch mit Pilsner sowie deftige Hausmannskost, serviert unter anderem im traditionellen Schalander, der historischen Trinkstube der Brauerei.

Braumeister Holger Stark im Schalander des Brauhauses. Foto: Anton Launer
Braumeister Holger Stark im Schalander des Brauhauses. Foto: Anton Launer

Ein Umzug, der Kontinuität wahrte

Zwar gibt es das Brauhaus hier schon seit 190 Jahren, aber vor rund zwei Jahren gab es einen Wechsel. Der vorherige Betreiber hatte geschlossen und gleichzeitig war den Betreibern des Wenzel auf der Königstraße eine Kündigung ins Haus geflattert. Sie nutzten die Chance und übernahmen das Brauhaus am Waldschlösschen (Neustadt-Geflüster vom 29. August 2024). Nach nun knapp zwei Jahren hier auf dem Berg zieht Benjamin Hamm eine positive Bilanz. Das Brauhaus werde sehr gut angenommen. „Das Restaurant in der Königstraße mit seinem Gewölbe war schon einzigartig“, erinnert er sich. Aber nun habe man sich hier gut eingelebt und auch einiges an Traditionen aus dem Wenzel mitnehmen können. „Besonders wichtig war uns, dass wir das Personal mitnehmen konnten“, so Hamm. Das Rustikale sei erhalten geblieben, ebenso der lockere Umgang mit den Stammgästen, die dem Haus seit Jahrzehnten die Treue halten.

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Brauhaus am Waldschlösschen

  • Am Brauhaus 8b, 01099 Dresden
  • Sonntag bis Donnerstag 11.30 bis 22 Uhr, Freitag und Sonnabend 11.30 bis 23 Uhr
  • waldschloesschen-brauhaus.de

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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