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Die Linke

Ein Sehnsuchtsort mehr – und weniger

Letzten Sommer rückten Angestellte der Landeshauptstadt aus und demontierten die etwas verborgene Kultschaukel samt dazugehörigem Ast am Prießnitzgrund aus Sicherheitsgründen. Kurze Zeit später kündigte ein Kollektiv an, eine neue Schaukel anzubringen. Inzwischen hat Dresden seinen Geheimtipp wieder.

Zu zweit entspannt schaukeln. Foto: Jakub Gawlik
Zu zweit entspannt schaukeln. Foto: Jakub Gawlik

Mit heller Schrift auf das bunte Brett geschrieben, animiert ein als Frage getarnter Vorwurf in Reimform nicht nur zur Nutzung des phantastischen Baumelgeräts. Zugleich lässt er sich als Reaktion auf die städtische Begründung lesen, mit der die frühere Schaukel im vergangenen Jahr entfernt wurde: Nicht Schaukeln an sich seien gefährlich gewesen, sondern der konkrete Fall habe Sicherheitsbedenken aufgeworfen.

    Immer höher & immer weiter bis der Ast abbricht
    Meine Eltern sagen kluge Kinder schaukeln so nicht
    Aber Mama, aber Papa, wieso folgen wir dann
    Diesem Wälder zerstörendem Wachstumswahn???

Erst reimen, dann schaukeln, dass der Ast dann hoffentlich doch nicht bricht...
Ein bunter Schaukelreim. Foto: J. Gawlik

Wer für Schaukel und Sinnspruch verantwortlich gemacht werden darf, ist nicht bekannt. Aber die Aktion gibt Dresden mit Sicherheit ein verlorenes Kleinod an der Neustädter Prießnitzmündung zurück.

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Kleine weiße Friedenstaube - Foto: Jakub Gawlik
Kleine weiße Friedenstaube – Foto: Jakub Gawlik

Dialektik des Wiederaufbaus

Der Zugewinn dieses neuen Sehnsuchtsortes ist mit einem Verlust verbunden. Keine hundert Meter weiter, auf der anderen Seite der Prießnitz, standen noch am vergangenen Pfingstwochenende Kinder Schlange. Sie kletterten auf eine umgestürzte Weide und schwangen sich auf einer improvisierten Schaukel meterhoch über das Elbufer.

Von dieser Schaukel zeugen jetzt nur noch die Reste, das kaputte Seil hängt angespannt am Baum, der dazugehörige Ast in der Baumkrone ist abgebrochen. Scheinbar wurde zu heftig geschaukelt.

Vom Weidenstamm hängen noch die Überreste der meterhohen Schaukel. Der Ast darüber ist abgebrochen. Foto: Jakub Gawlik
Vom Weidenstamm hängen noch die Überreste der meterhohen Schaukel. Der Ast darüber ist abgebrochen. Foto: Jakub Gawlik

Vielleicht sollte der Sinnspruch auf der nun neu bestehenden Schaukel also nicht wortwörtlich genommen und demnach nicht bis zum Astabriss geschaukelt werden.

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2 Kommentare

  1. In Österreich nennt man solche Schaukeln Hutschn, und die sind sehr angesagt. Vor allem Vorarlberg stellt oben in den Bergen welche hin.
    https://www.hutschn.de/post/land-der-schaukeln
    Dräsdne sollte das an markanten Aussichtspunkten oder geeigneten Orten auch tun, z.B. Königsufer, Wolfshügel, Waldschlösschen, Ostraberg Friedrichstadt, Südpark. Immer schön mit Aussicht, ganz für Erwachsene, Restrisiko trägt der Kunde. Seien mir ährlisch, Lähm is immor läbens-gäfährlisch! (Erich K.)

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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