Am Wochenende könnte es auf der Alaunstraße zu Schlangenbildung kommen. Nicht etwa, weil Schaulustige beim Abbau des Blechschlosses zuschauen wollen – es wird ein Döner-Geschäft eröffnet.

In der Nummer 39 zieht „Berlin’er Gemüse“ ein. Offenbar möchte da jemand auf den berühmten Zug des Lädchens vom Mehringdamm aufspringen, der Chef dort stand immerhin davor mit seinem Namen. In Berlin ist der Hype um den Gemüse-Kebap riesig – obwohl es sich meist schlicht um Chicken-Döner mit Gemüse handelt.
Mit Hochkomma aus Berlin
Kein Wunder also, dass die Neugründer hier auf der Alaunstraße mit Berlin und sogar einem Berliner Bären werben. Warum das Apostroph im Titel ist, bleibt vorerst unklar. Auf Nachfrage heißt es: „Der Grund dafür ist, dass wir damit ausdrücken wollten, dass wir aus Berlin kommen.“ Hm, möglicherweise ist das ein bestimmter Großstadt-Slang, den wir hier in der Provinz nicht verstehen, aber egal. Apostrophe kann es nie genug geben.
Klarer ist das Angebot: es gibt eine Auswahl an vegetarischen Gerichten, beispielsweise Falafel, Seitan oder Halloumi im Brot oder als Dürüm, auch einen vegetarischen Teller kann man bestellen. Darüber hinaus gibt es, anders als der Titel verspricht, jede Menge Fleischgerichte. Klassischen Döner jibt’s für sechsfuffzich. Es wird auch Döner-Schnitzel gereicht – das schreit ja förmlich nach einem Imbiss-Test. Den aber lieber nicht am kommenden Wochenende, denn da locken die Gemüse-Berlin’er mit nem Döner für einen Euro. Eine ähnliche Aktion fruchtete schon vor einer Weile auf der Lößnitzstraße (Neustadt-Geflüster vom 7. Mai 2025) und auch die jüngsten Burger-Eröffnungen (Königsbrücker, Louisenstraße) gingen nicht ohne Rabatt-Schlacht ab.
Apropos Burger, die gibt’s in dem neuen Lädchen an der Alaunstraße auch. Ob sie an die legendären Burger, die hier einst im Devils Kitchen gebraten wurden, heranreichen, müsste getestet werden. Außerdem gibt es natürlich Pizza.

Berlin’er Gemüse Döner
- Alaunstraße 39, 01099 Dresden
- täglich ab 11 Uhr
- Eröffnung am 13. Februar 2026
Kleine Chronik des Geschäfts
Die Häuser wurden in den 1990ern errichtet, vorher gab es hier eine wunderbare Freifläche. Etliche Jahre gab es hier einen klassischen Friseur. 2006 zog dann Devils Kitchen ein, bis der Chef das Lädchen 2017 verkaufte, um Lehrer zu werden. Ahmad Ayasch eröffnete das „Damaskus“ mit syrischer Küche (Neustadt-Geflüster vom 29. September 2017), es folgte drei Jahre später das Dönerfachgeschäft Tarbuş (Neustadt-Geflüster vom 7. Februar 2020). Wiederum drei Jahre später zog mit dem Byblos libanesische Küche ein (Neustadt-Geflüster vom 1. August 2023). Nun also wieder drei Jahre später das Berlin’er Gemüse mit Fleischangebot.


















Da guck’n mir ma‘ vorbei. Aber ni‘ glei‘ morg’n. Mir ham‘ Zeit. Ein Döner is’n Döner ob aus Ber’lin oder aus Dresd’n. Aber vielleicht macht das Komma’tata oben einen geschmacklich’en Unter’schied.
„Kein Wunder also, dass die Neugründer hier auf der Alaunstraße mit Berlin und sogar einem Berliner Bären werben.“
Wenn das Tier auf dem Logo einen Bären darstellen soll, dann muss man sich nicht nur um die Deutsch-Kenntnisse (vgl. Apostroph) der Betreiber ernsthafte Sorgen machen.
Na da bin ich mal gespannt ob es auch so eine Mega Schlage geben wird wie bei dem Bürger Laden auf der Louisenstrasse.
Das ist kein Berliner Bär, sondern ein Löwe!! :-)
SIcher dass das ein Bär ist?
Vielleicht einer der als Löwe getarnt ist?
Das muss ein Bär sein, er hat ja auch ein B um den Hals. ;-)
Und warum sollten Berliner mit einem Löwen werben. Offenbar hat das bei mir zu einer kognitiven Dissonanz geführt.
Höchstwahrscheinlich ein Transbär, oder Bärtranse. Wie nennt man das eigentlich richtig? Das „er“ nach dem Apostroph ist wahrscheinlich das Pronomen. Was es nicht alles gibt…
Ohrr nee! Das ist mir gar nicht aufgefallen. Ein Löwe und ein Bär. Ohrr nee! Da geh ich nicht hin. Bestell ich Bär, bekomme ich Löwe und bestelle ich Löwe bekomm ich Bär und will ich beides gibt es Möhrenfleisch? Oder was? Ohrr nee! Nee, nee.
Es wird ein fantasievoller Laden mit kreativen Rezepten und innovativen Zusammenstellungen, fernab jeglicher Normen. Diese Sprache spricht die Aufmachung, wenn man wohlwollend drauf schaut. Witzig, ein langhaariger Bär und der wilde Apostroph. Auf gar keinen Fall hat irgendjemand sowas gedacht wie „Ach, warum groß in Werbung investieren, die betrunkenen Touristen hier an der Ecke kaufen gewiss eh alles, wenn nur „irgendwasmitBerlin GEMÜSEDÖNER“ drauf steht.“.
Bärliner Löwe mit lahmer Ente in Grünzeug
oder doch besser Wildschwein in Pfefferminzoße?