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Nachtcafés für Wohnungslose: Unterstützung gesucht

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Am Sonntag beginnt wieder die Saison der Nachtcafés. Seit 1995 bieten Dresdner Kirchgemeinden wohnungslosen Menschen im Winter einen warmen Schlafplatz, Essen und die Möglichkeit, sich auszuruhen. Das Angebot organisieren sie über konfessionelle Grenzen hinweg.

Max Contreras und Tabea Kormeier leiten das Nachtcafé in der Dreikönigskirche. Foto: Anton Launer
Max Contreras und Tabea Kormeier leiten das Nachtcafé in der Dreikönigskirche. Foto: Anton Launer

Den Auftakt macht am Sonntag die katholische Kirche St. Franziskus Xaverius, besser als Garnisonkirche bekannt, an der Stauffenbergallee. Am Montag öffnet das zweite Neustädter Nachtcafé in der Dreikönigskirche. Tabea Kormeier und Max Contreras stecken mitten in den Vorbereitungen. Sie leiten die Einrichtung im hinteren Teil des Gotteshauses an der Hauptstraße.

„Im Schnitt kommen so 25 Leute jeden Montag“, sagt Kormeier. Die ersten stehen dann schon um 17.30 Uhr auf dem kleinen Platz und warten auf den Einlass. Geöffnet wird aber erst um 19 Uhr. „Der Eintritt kostet einen Euro, dafür gibt es eine warme Mahlzeit, Heißgetränke und am Morgen ein gemeinsames Frühstück“, zählt sie auf. Die Gäste haben auch die Möglichkeit, zu duschen oder Wäsche zu waschen. Die Nacht verbringen sie in dem alten Gottesdienstraum im hinteren Bereich der Kirche. Wer möchte, kann sich mit anderen unterhalten oder Spiele spielen. Die meisten Gäste suchen allerdings vor allem Ruhe.

Ihr zur Seite steht Max Contreras. „Ich versuche, Tabea zu helfen“, sagt er. Seit sieben Jahren lebt er in Dresden und arbeitet hauptberuflich in einer IT-Beratungsfirma. „Es gibt drei Schichten, von 18 bis 22 Uhr, von 22 Uhr bis 6 Uhr und zum Frühstück von 6 bis 8 Uhr“, erläutert er. Damit das Nachtcafé ordentlich betreut werden kann, werden noch weitere Helfende gesucht. Viele Helfer*innen sind seit Jahren dabei. Doch wenn sich ihre Lebensumstände ändern, fehlt ihnen manchmal die Zeit.

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„Wir machen schon Werbung über die Kirchgemeinde“, erzählt Contreras, der selbst in einem Gottesdienst von den Nachtcafés erfahren hat. Die Arbeit hier sei nicht so kompliziert. Das Essen kommt von Spendern, der Tafel oder aus der Kantine der Dreikönigskirche. Die Helfer*innen verteilen es an die Gäste. Für den einen oder anderen Besucher braucht man auch mal ein offenes Ohr.

„Wir suchen hauptsächlich Unterstützung für die Nacht- und die Morgenschichten“, sagt Kormeier. Seit 13 Jahren hilft sie beim Nachtcafé mit. Auch Lebensmittelspenden werden gebraucht. Wer sich als Helfer*in engagieren möchte, kann am 16. November um 18 Uhr zum Hintereingang der Dreikönigskirche kommen.

Der Hintereingang der Dreikönigskirche ist der Vordereingang des Nachtcafés. Foto: Anton Launer
Der Hintereingang der Dreikönigskirche ist der Vordereingang des Nachtcafés. Foto: Anton Launer

Übersicht der Nachtcafés in Dresden

Folgende Orte teilen sich in dieser Saison die Woche auf:

  • Montag – Dreikönigskirche (Eingang hinten links, Turmaufgang), Hauptstraße 23, 01097 Dresden
  • Dienstag – Christophorusgemeinde Laubegast; Hermann-Seidel-Straße 3, 01279 Dresden
  • Mittwoch – Kath. Kirche „Heilige Familie“; Meußlitzer Straße 108, 01259 Dresden
  • Donnerstag – Ev.-Luth. Kirchgemeinde Loschwitz; Grundstraße 36, 01326 Dresden
  • Freitag – Ev.-Luth. Zionskirche; Bayreuther Straße 28, 01187 Dresden
  • Sonnabend – Ev.-meth. Immanuelkirche; Hühndorfer Straße 22, 01157 Dresden
  • Sonntag – Kath. Pfarrei St. Franziskus Xaverius (Garnisonkirche); Stauffenbergallee 9 H, 01099 Dresden

Spendenkonto

  • Diakonie-Stadtmission Dresden
  • IBAN: DE29350601900160160160
  • BIC: GENO DE D1 DKD
  • Verwendungszweck: Nachtcafé

Die Nachtcafés können immer etwas Unterstützung gebrauchen.

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Hintergrund

Der Gedanke eines „Nachtcafés“ entstand vor mehr als 30 Jahren in einer Gruppe von Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden. Sie beschäftigten sich mit dem Leben auf der Straße und wollten Menschen ohne Wohnung vor Kälte und Erfrierungen schützen.

Am 6. November 1995 öffnete das erste Nachtcafé in der Dreikönigskirche Dresden. Im Jahr darauf beteiligten sich bereits drei weitere Kirchgemeinden. Das Angebot besteht seitdem ununterbrochen und wurde unter anderem mit dem Ökumenepreis des Katholikentags geehrt.

Weitere Informationen

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