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Was hat die Enigma mit Bitcoin zu tun?

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Was haben eine Verschlüsselungsmaschine aus dem 16. Jahrhundert, eine Enigma und Bitcoin miteinander zu tun? Mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Das Münzkabinett im Residenzschloss widmet sich mit der Sonderausstellung „Krypto, was?“ der Geschichte und Gegenwart digitaler Werte – und lässt dafür sogar Bitcoin live schürfen.

Haben gemeinsam die Ausstellung im Münzkabinett entwickelt. Direktorin und Kuratorin Sylvia Karges und Co-Kuratorin Stefanie Baars. Foto: Anton Launer
Haben gemeinsam die Ausstellung im Münzkabinett entwickelt: Direktorin und Kuratorin Sylvia Karges und Co-Kuratorin Stefanie Baars. Foto: Anton Launer

Das Münzkabinett blickt normalerweise ziemlich weit zurück. Seine Sammlung umfasst rund 300.000 Objekte, darunter Münzen, Medaillen, Stempel, Siegel und Falschgeld. Die ältesten Münzen sind etwa 2.600 Jahre alt. Nun beschäftigt sich das Haus mit einer deutlich jüngeren Form von Werten: Bitcoin, Blockchain und anderen Kryptowerten.

Die Sonderausstellung „Krypto, was?“ ist seit dem 3. Oktober zu sehen. Doch der Weg zum Bitcoin beginnt hier keineswegs mit dem Internet.

Drei Wege führen zum Bitcoin

Er beginnt vielmehr im Jahr 1587. In einer Vitrine steht eine Permutationsmaschine, mit der sich Nachrichten verschlüsseln ließen. Die Kryptografie ist einer von drei historischen Strängen, die die Ausstellung verfolgt. Hinzu kommen die Entwicklung der Rechentechnik und die Vernetzung von Computern.

Zu sehen ist auch der Nachbau einer Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus dem frühen 18. Jahrhundert, eine Leihgabe der Technischen Sammlungen Dresden. Aus dem 20. Jahrhundert stammt eine Enigma, die der Bundesnachrichtendienst für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat.

Unterstützung erhielt das Münzkabinett bei der Vorbereitung unter anderem vom Mathematisch-Physikalischen Salon und von der TU Dresden, erläuterte Direktorin Sylvia Karges beim Pressegespräch.

Erst leistungsfähige Computer und deren weltweite Vernetzung schufen schließlich die Voraussetzungen für Kryptowährungen. Die Ausstellung erklärt dabei auch Begriffe, die inzwischen regelmäßig in den Nachrichten auftauchen, aber längst nicht jedem geläufig sind: Blockchain, Wallet, Public und Private Key oder Mining.

Einer der Stars der Ausstellung - eine original Enigma aus den Beständen des Bundesnachrichtendienstes. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Alexander Peitz
Einer der Stars der Ausstellung – eine originale Enigma aus den Beständen des Bundesnachrichtendienstes. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Alexander Peitz

Bitcoin heizt das Münzkabinett

Wie das sogenannte Mining funktioniert, lässt sich nicht nur theoretisch nachvollziehen. Mehrere Geräte zeigen die technische Entwicklung des Bitcoin-Schürfens. Eines davon arbeitet tatsächlich: Im Münzkabinett wird live nach Bitcoin geschürft.

Dabei entsteht reichlich Wärme. Der Bitcoin-Miner trägt damit zugleich zur Beheizung des Ausstellungsraums bei. Die Schau stellt dieses vergleichsweise kleine Home-Mining dem industriellen Wettbewerb gegenüber, der heute beim Bitcoin-Schürfen vorherrscht.

Doch Bitcoin ist nur ein Teil des Kryptomarktes. Coins, Token und sogenannte Stablecoins unterscheiden sich in Technik und Funktion erheblich. Die Ausstellung zeigt deshalb auch die Unterschiede und Risiken verschiedener Kryptowerte.

Ist das überhaupt Geld?

Damit landet die Ausstellung bei einer Frage, mit der sich das Münzkabinett bestens auskennt: Was ist eigentlich Geld?

Die vermeintlich völlig neue Welt der Kryptowerte hat erstaunlich viele historische Vorläufer. Frühe Banknoten und staatliches Papiergeld stehen für Umbrüche, bei denen sich einst ganz ähnliche Fragen stellten: Warum besitzt etwas einen Wert? Wer legt die Regeln fest? Wem vertrauen die Menschen – und wer trägt das Risiko, wenn dieses Vertrauen verloren geht?

Das Münzkabinett kann dafür aus mehr als zweieinhalb Jahrtausenden Geldgeschichte schöpfen. Beispiele aus Sachsen und Schweden, von Handelsgesellschaften herausgegebenes Geld oder private Banknoten aus den USA zeigen: Nicht jede vermeintlich neue Idee der Kryptowelt ist tatsächlich neu.

Nachbau einer Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus dem frühen 18. Jahrhundert. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Alexander Peitz
Nachbau einer Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz aus dem frühen 18. Jahrhundert. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Alexander Peitz

Von der Idee zur Ausstellung

Mit Kryptowährungen beschäftigt sich das Münzkabinett nach Angaben von Sylvia Karges bereits seit 2019. Die konkrete Idee für eine Ausstellung entstand 2021, der größte Teil der Arbeit wurde im vergangenen Jahr geleistet.

Kuratiert wurde „Krypto, was?“ von Stefanie Baars. Neben den historischen Objekten gibt es zahlreiche digitale Elemente. Tablets, Animationen und Monitore liefern zusätzliche Erklärungen, ein interaktives Krypto-Glossar erläutert zentrale Begriffe.

Zur Ausstellung gibt es außerdem Führungen und Workshops. Erwachsene können sich mit den Grundlagen von Bitcoin und Blockchain beschäftigen, bei Angeboten für Schulklassen steht die Finanzbildung im Mittelpunkt. Hinzu kommen Formate für Menschen mit Demenzerkrankung sowie für blinde, sehbehinderte und gehörlose Besucherinnen und Besucher.

Krypto, was?

  • Zeitraum: 3. Oktober 2026 bis 29. August 2027
  • Ort: Münzkabinett im Residenzschloss Dresden
  • Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen
  • Sonderöffnungszeiten: Reformationstag, 31. Oktober, und Buß- und Bettag, 18. November, jeweils 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro; Schülerinnen und Schüler unter 20 Jahren 2 Euro; Kinder bis zum Schuleintritt frei; Gruppen ab zehn Personen 16 Euro pro Person
  • Weitere Infos zur Ausstellung
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