Am 3. Juli feierte die Sächsische Akademie der Künste (SADK) ihr 30-jähriges Bestehen im Festspielhaus Hellerau – und blickte dabei eher nach vorn als zurück.

Die zentrale Losung: „Wie wenig ist genug – Zur Zukunft der Künste im 21. Jahrhundert“. Mitglieder der Akademie aus den fünf Klassen standen quasi als Mentor*innen mit jungen Vertreter*innen der Darstellenden Kunst, Literatur, Baukunst, des Films, der Bildenden Kunst und Musik auf der Bühne, um aktuelle Arbeiten der jeweiligen Sparten vorzustellen, sich auszutauschen und Zukunftsperspektiven künstlerischer Praxis zu diskutieren.
Damit kam die SADK auch eine ihrer Aufgaben laut Satzung nach: „Sie vertritt Freiheit und Anspruch der Kunst gegenüber Staat und Gesellschaft und macht die Öffentlichkeit mit wichtigen künstlerischen Leistungen, Positionen und Prozessen der Zeit bekannt.“ Am 27. April 1994 hatte der Sächsische Landtag ihre Gründung beschlossen, ihre Arbeit ist sozusagen Staatsauftrag und wird aus Mitteln des Freistaates sowie aus der Zusammenarbeit mit Partner*innen und Stiftungen finanziert.
Einschnitte durch Haushaltskürzungen
Schon vor einem Jahr hatte die SADK die Einschränkungen durch die massiven Kulturkürzungen angeprangert. „Die jetzigen Haushaltskürzungen jedoch unterminieren die öffentliche Wirksamkeit der Akademie in existentieller Weise und widersprechen ihrem vom Gesetzgeber niedergelegten Auftrag“, teilte Präsident Wolfgang Holler in der Pressemitteilung vom 8. Juli 2025 mit. Und weiter: „Ausgeschlossen ist unter diesen Umständen die Verleihung des Hans-Theo-Richter-Preises für Grafik und Zeichnung, des Semperpreises für nachhaltiges Bauen und des Chamisso-Preises für Literatur der Migration. Stark eingeschränkt ist die Durchführung von Veranstaltungen und die Publikation von Arbeitsergebnissen, so das erfolgreiche Programm der Akademie zur Leipziger Buchmesse oder die Fortsetzung des Engagements für die Ukraine.“
Das Thema Unterfinanzierung war bei der Festveranstaltung in Hellerau titelgebend. Was kann mit wenig Geld geleistet werden? Wie viel Minimalismus tut der Kunst gut? Wofür braucht es mehr? Die beispielhaften Werke und Künste jedenfalls machen Lust auf die Zukunft. Etwa die Arbeit des Architekturbüros Summacumfemmer aus Leipzig, das beispielsweise auch mal die Kinder mit auf Arbeit bringt. So an diesem Abend in Hellerau, an dem der Nachwuchs an einem Wandmodell arbeiten durfte. Eine Form des Austauschs zwischen Generationen.

Zurück in die Zukunft
Dass dieser Austausch zentral ist, dafür sprach sich auch Filmemacher und Akademiemitglied Ralf Kukula aus. Denn diese derzeit 183 Mitglieder aus neun Ländern werden in den Klassen in geheimer Wahl nominiert und von der Mitgliederversammlung gewählt. Sie „vereinigt namhafte Künstler und Kunsttheoretiker aus dem In- und Ausland“, wie es auf der Webseite heißt. Dabei nicht den Anschluss an die Jüngeren zu verlieren, war auch eine Aufgabe der Festveranstaltung.
Wer trotzdem noch mal einen Blick in die Vergangenheit werfen oder die Arbeit der Akademie ergründen will, kann bis 9. Oktober die Ausstellung „Die Sächsische Akademie der Künste – in der Mitte Europas“ besuchen. Sie ist dienstags bis donnerstags von 10 bis 15 Uhr am Sitz der Akademie am Palaisplatz 3 in Dresden zu sehen. Um Anmeldung wird gebeten.



















