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52 Acts später: Das steckt hinter SounDDcheck

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Wie viele Musikerinnen, Musiker, Bands, DJs und Kollektive es in Dresden gibt, zeigt sich oft erst bei genauerem Hinsehen. Zwischen Clubs, Proberäumen, Hinterhöfen und Off-Locations entsteht eine vielfältige Musikszene. Vieles davon bleibt außerhalb der jeweiligen Szenen jedoch weitgehend unsichtbar.

52 Bands und Solokünstler*innen hat Haupt schon vorgestellt - Collage: Johannes Haupt
52 Bands und Solokünstler*innen hat Haupt schon vorgestellt – Collage: Johannes Haupt

Genau hier setzt das Projekt SounDDcheck an. Es begleitet die Dresdner Musikszene mit Interviews und Portraitfotografien an den Orten, an denen Musik entsteht. Die Gespräche und Bilder entstehen beim Soundcheck, im Proberaum oder kurz vor einem Auftritt. Der Fokus liegt auf einem direkten Einblick in den Alltag der Beteiligten.

Nach einem Jahr und inzwischen 52 porträtierten Acts, ein großer Teil davon auch im Neustadt-Geflüster, stellt sich die Frage: Wer steckt eigentlich hinter dem Projekt?

Zwischen Notaufnahme und Musikszene

Hinter SounDDcheck steht Johannes Haupt. Der 33-Jährige arbeitet hauptberuflich als Krankenpfleger in einer Dresdner Notaufnahme. Parallel dazu fotografiert er seit vielen Jahren für die Presse und begleitet Bands sowie Künstlerinnen und Künstler fotografisch.

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Setzt Musiker*innen in Szene: Johannes Haupt - Foto: Jenny Beyer
Setzt Musiker*innen in Szene: Johannes Haupt – Foto: Jenny Beyer

Lange standen dabei größere Konzerte und bekannte Acts im Mittelpunkt. Mit der Zeit wurden jedoch kleinere Veranstaltungen interessanter. Gerade dort entstehen oft Situationen, die ungeplant verlaufen und dennoch funktionieren. Über solche Konzerte fand Haupt auch seinen Zugang zur Dresdner Musikszene.

Heute bewegt sich SounDDcheck zwischen Interviewformat, Portraitfotografie und dokumentarischer Begleitung des Szenealltags. Die Bandbreite reicht von Hardcore-Punk über Hip-Hop und Dream Pop bis hin zu DJ-Kultur und Singer-Songwriter-Projekten.

„Müde“, „kreativ“ und „chaosaffin“

Bei einem Interview mit der Band Dinkx wurde Johannes Haupt gefragt, wie er sich selbst in drei Worten beschreiben würde. Seine Antwort lautete: „müde“, „kreativ“ und „chaosaffin“. Diese Eigenschaften passen nach eigener Einschätzung auch zu Schichtarbeit, spontanen Situationen und wenig Planbarkeit – sowohl in seinem Berufsalltag als auch in der Musikszene, wo oft improvisiert, kurzfristig umgeplant und mit begrenzten Mitteln gearbeitet wird.
Musik begleitet ihn bereits seit vielen Jahren. Früher spielte er selbst Trompete, Klavier und Gitarre. Heute interessieren ihn vor allem die Menschen hinter der Musik, ihre Geschichten und die Momente abseits großer Inszenierungen.

Plattform für die Dresdner Szene

SounDDcheck versteht sich nicht nur als Fotoprojekt. Die Plattform bietet Bands, Künstlerinnen und Künstlern, DJs sowie Kollektiven Raum für Gespräche über ihre Musik und ihre Ideen. Besonders kleinere Acts stehen dabei im Fokus.
Die Dresdner Musikszene beschreibt Haupt mit drei Begriffen: „Underrated. Selbstorganisiert. Vernetzt.“

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Eine Lieblingsband in Dresden möchte er nicht benennen. Dafür gebe es zu viele Künstlerinnen und Künstler, die ihn begeistern. Vor Interviews hört er meist die aktuellen Veröffentlichungen der jeweiligen Acts. Nicht selten laufen diese danach noch tagelang weiter bei ihm. Außerhalb Dresdens reicht sein Musikgeschmack von Sondaschule und Gogol Bordello bis zu Hans Zimmer sowie quer durch Hip-Hop, Punk und Indie.

Johannes Haupt sucht sich gern urbane Motive - Foto: Jenny Beyer
Johannes Haupt sucht sich gern urbane Motive – Foto: Jenny Beyer

Fotografie zwischen Industriekulisse und Experimenten

Die bekannten Portraitaufnahmen von Johannes Haupt entstanden an verschiedenen Orten in Dresden. Das Bild auf einer Treppe wurde am Elbepark auf dem Weg zum Parkdeck aufgenommen. Das Foto mit dem Wal entstand im Industriegelände.
Für seine Fotografie bevorzugt Haupt häufig urbane und industrielle Kulissen. Andererseits hält er sich auch gern in der Natur auf.

Bei Konzerten interessieren ihn besonders bewegungsintensive Shows, ungewöhnliche Lichtstimmungen und markante Bühnenbilder. Im Portraitbereich schätzt er Menschen mit eigenen Ideen und Charakter. Besonders gern arbeitet er mit Personen zusammen, die offen für Experimente sind und gemeinsam neue Bildideen entwickeln möchten.

Nach 52 Acts scheint das Interesse an neuen Geschichten jedenfalls nicht nachzulassen. Und genau das dürfte ein Grund dafür sein, dass SounDDcheck weiter wächst.

Sounddcheck

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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