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Denkmal für Johann Rukeli Trollmann in Hellerau wiedereröffnet

Im Kulturgarten hinter dem Festspielhaus Hellerau wurde am 5. Mai 2025 das sanierte Kunstwerk „9841 – Ein Denkmal für Johann Rukeli Trollmann“ am neuen Standort eingeweiht. Das Werk erinnert an den deutschen Boxmeister im Halbschwergewicht von 1933, der als Sinto im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurde. Anlässlich der Wiedereröffnung findet am Mittwoch, 6. Mai um 18 Uhr die Veranstaltung „Weit denken, weil das Denkmal schon steht“ statt.

Trollmann-Denkmal in Hellerau - Foto: Klaus Gigga
Trollmann-Denkmal in Hellerau – Foto: Klaus Gigga

Geschichte des Denkmals

Die ursprünglich Neustädter Künstlergruppe Bewegung Nurr errichtete das Kunstwerk am 19. Oktober 2012 im östlichen Außenbereich des Festspielhauses. Anlass war die Premiere des Stückes „Open for Everything“ der Choreografin Constanza Macras. Bei der Einweihung waren Rita Vowe, Tochter von Johann Rukeli Trollmann, und Manuel Trollmann, Großneffe von Johann Trollmann, anwesend.

Johann Rukeli Trollmann war 1932 zweimal in Dresden und gewann hier zwei Boxkämpfe.

In den folgenden Jahren wurde das Denkmal Teil des künstlerischen Programms von Hellerau. So entstand 2021 der Film „9/8fight41“ von Gizem Aksu nach einer Residenz in Hellerau. Das Denkmal ist außerdem eine Station des Audiowalks „Spurensuche“ zur Verfolgung und Vernichtung der Romn*ja und Sint*ezze1 während des Nationalsozialismus in Dresden.

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Nach Verhandlungen der Beigeordneten für Kultur und des Amtes für Kultur und Denkmalschutz ging das Kunstwerk 2024 als Schenkung der Künstlergruppe an die Landeshauptstadt Dresden über. Im Winter 2026 ließ das Amt für Kultur und Denkmalschutz das Werk sanieren und an den neuen Standort im Kulturgarten versetzen.

v.l.n.r.: Martin Heering, Kaufmännischer Direktor Hellerau; Maria Obenaus, Referentin für Erinnerungskultur und Regionalgeschichte der Landeshauptstadt Dresden; Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch; Carena Schlewitt, Intendantin Hellarau – Europäisches Zentrum der Künste - Foto: Klaus Gigga
v.l.n.r.: Martin Heering, Kaufmännischer Direktor Hellerau; Maria Obenaus, Referentin für Erinnerungskultur und Regionalgeschichte der Landeshauptstadt Dresden; Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch; Carena Schlewitt, Intendantin Hellarau – Europäisches Zentrum der Künste – Foto: Klaus Gigga

Zur künstlerischen Idee

Die Künstlergruppe Bewegung Nurr beschreibt ihr Werk so: Ein an den Ecken abgesenkter Boxring. Kein Halt darin. In sich verschränkte Boxhandschuhe, die statt zum Angriff und zur Verteidigung als Fesseln dienen. Die Skulptur besteht aus einem stählernen Boxring mit Betonoberfläche. Sie wurde von Alekos Hofstetter, Christian Steuer und Florian Göpfert geschaffen.

Veranstaltung zur Wiedereröffnung

Zur Wiedereröffnung findet am Mittwoch, den 6. Mai um 18 Uhr die Veranstaltung „Weit denken, weil das Denkmal schon steht“ statt. Veranstalter sind das Festspielhaus Hellerau und das Fachnetzwerk Antiziganismus/Antiromaismus Sachsen. Der Abend beschäftigt sich mit der Frage, welche Ideen und Politiken für das Erinnern an die Verfolgung und Ermordung der Roma und Sinti nötig sind.

Zur Eröffnung sprechen Gjulner Sejdi von Romano Sumnal – Roma und Sinti in Sachsen e.V., Carena Schlewitt als Intendantin von Hellerau sowie Alekos Hofstetter von der Künstlerbewegung Bewegung Nurr. Im Anschluss findet rund um das sanierte Kunstwerk ein Freiluftprogramm statt. Es gibt eine Ausstellung, Siebdruck, Boxtraining, Hip-Hop und Audioinstallationen. Gezeigt wirdd außerdem der Dokumentarfilm „I am what I am“, in dem drei Generationen einer Sinti-Familie über ihre Erfahrungen mit Rassismus und die Verfolgungsgeschichte ihrer Familie sprechen.

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Künstlergruppe Nurr

Die Bewegung Nurr ist ein 1989 in Dresden gegründetes Künstlerkollektiv. Die Gruppe arbeitet in den Bereichen Bildhauerei, Installation, Graffiti, Videokunst, Fotografie und Malerei. Bekannt wurde die Gruppe unter anderem mit den Stencils, Graffiti „Schrödingers Katze ist tot“ in der Neustadt oder dem Stein des Anstoßes, den sie 1995 erst auf der Pulsnitzer Straße aufstellte und ihn dann dem Kunstministerium schenkte, das seinerzeit damit aber nicht viel anfangen konnte. Der Stein mit seiner arabischen Inschrift „Kauft sächsisch“ hat inzwischen eine neue Heimat im Hof des Stadtteilhauses gefunden.

Der Stein des Anstoßes mit der Inschrift "kauft sächsisch" in arabischer Sprache steht jetzt im Hof des Stadtteilhauses. Foto: Anton Launer
Der Stein des Anstoßes mit der Inschrift „kauft sächsisch“ in arabischer Sprache steht jetzt im Hof des Stadtteilhauses. Foto: Anton Launer

1 Weitere Infos zu Romn*ja und Sint*ezze auf weiterdenken.de

Randnotiz

Die Einweihung des Denkmals nahm Jens Genschmar vom Team Zastrow zum Anlass, die Kulturbürgermeisterin zu kritisieren. Im November 2018 hatte der Stadtrat beschlossen, das Denkmal zu erhalten und in den Sportpark Ostra umzusetzen. Laut Genschmar hat die Bürgermeisterin diesen Beschluss über acht Jahre ausgesessen. Wörtlich schreibt er: „Dieser Vorgang zeigt deutlich, dass es der Kulturbürgermeisterin Fr. Klepsch (Linke) völlig egal ist, was der Stadtrat beschließt. Diese undemokratische Art und Weise des Umgangs mit Beschlüssen, die nicht in ihr extremes linkes Weltbild passen, ist ein Ausdruck der tiefen Verachtung für die gewählten Stadträte.“

Die Bemühungen der Stadtverwaltung um das Denkmal lassen sich in vier Zwischen- und einem Abschlussbericht im Ratsinfo der Stadt Dresden nachlesen. Seit 2019 hat die Kulturbürgermeisterin darauf hingewiesen, dass eine Umlegung des Denkmals einem Neubau gleich käme und mit rund 50.000 Euro zu kalkulieren sei, dafür hat es nie einen Deckungsvorschlag durch den Stadtrat gegeben. Außerdem hatte der zuständige Eigenbetrieb Sportstätten mehrfach dargelegt, dass er keinen geeigneten Standort am Sportpark Ostra finden konnte. Dass es mit der Realisierung des Projektes so lange gedauert hat, hängt im Wesentlichen an den Umgestaltungsmaßnahmen am Festspielhaus Hellerau zusammen.

Ein Kommentar

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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