Ende Februar schließt die beliebte Kneipe mit dem wunderbaren Biergarten am Bischofsplatz. Das TB, wie die Terrasse am Bischofsplatz kurz genannt wird, eröffnete Falk Möbius vor knapp 20 Jahren.

Möbius hatte zuvor bereits das Leonardo auf der Rudolf-Leonhard-Straße geführt. Mit dem TB erfüllte er sich einen lang gehegten Traum, berichten Weggefährten. Der große Gastraum mit dem wuchtigen Tresen und die steile Treppe hinauf zum Biergarten machten das TB zu einer festen Größe in der Neustädter Kneipenszene. Hier feierte die Bahn die Eröffnung ihrer neuen S-Bahn-Station. Filmschaffende kamen nach Premieren in der Schauburg zum Feiern vorbei. Immer wieder wurden sehenswerte Ausstellungen gezeigt, und selbst Kult-Barde Rummelsnuff gab sich für ein Konzert die Ehre.
Im April 2020 verstarb Möbius nach kurzer, schwerer Krankheit (Neustadt-Geflüster vom 27. April 2020). Er hinterließ Haus und Kneipe seinem Freund, dem Künstler und Architekten Sven Bohmeyer. Dieser führte die Kneipe mit dem angestammten Personal weiter. Mitte Januar kündigte er die Schließung des Kneipchens für zwei Monate an. Im Mai solle es weitergehen. Auf Nachfrage hieß es auf Instagram: „Das Konzept hat sich leider in der Art nicht mehr getragen. Es musste eine Veränderung her – mit neuem Betreiber … aber sicher nicht schlechter. Schaut und urteilt im Mai selbst.“

Neuer Pächter
Ab Mai soll es einen neuen Pächter geben. Aus dem Kreis der Stammgäste ist bereits zu hören, um wen es sich handeln könnte. Sollte sich dies bestätigen – eine entsprechende Anfrage an Sven Bohmeyer ist bislang unbeantwortet –, dürfte sich das Konzept der Terrasse deutlich verändern.
Gestern veröffentlichte die Crew auf Facebook ein Abschiedsstatement: „Mit Traurigkeit nehmen wir Abschied von einem Herzensprojekt“, heißt es dort. Das deutet darauf hin, dass der neue Eigentümer künftig mit anderem Personal arbeiten möchte. Am Sonnabend soll es noch einmal eine Abschiedsfatsche geben.
In dem Haus am Bischofsplatz war früher das Tagesfilmtheater „TeBe“ ansässig. Es wurde vom Kinoarchitekten Martin Pietzsch entworfen und 1926 mit Platz für bis zu 500 Besucher*innen eröffnet. In den Sechzigerjahren schloss das Kino. Zu DDR-Zeiten drehte hier Kurt Maetzig, kontrovers diskutierter Filmregisseur und Mitbegründer der DEFA, Szenen für den Propagandafilm „Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse“. Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre wurde die Location noch einmal kurzzeitig belebt: Im „Base“ wurden legendäre Techno-Partys gefeiert, bei denen sich manch Anwohner über klirrende Gläser im Schrank beklagte. 2004 erwarb Möbius schließlich das Grundstück und eröffnete 2007 seine „Terrasse“ mit jeweils 60 Plätzen drinnen und draußen.
Terrasse am Bischofsplatz


















Man munkelt es wird wohl ein Umzug des Hiroshi Sushi & Ramen in die TB-Räumlichkeiten. Dass es am Konzept liegt, kann ich nicht glauben. Schade… auch im Hinblick auf das TB-Personal.
Oh man, das macht mich traurig. Ich mochte das Konzept sehr und es war eine der ersten Adressen als ich nach Dresden zog.
Wir werden es sehr schmerzlich vermissen. Es war im Sommer unser Anlaufpunkt vor oder nach dem Kino. Dafür kommen wir gern aus der Ferne. Einen großen Dank an das Team.
Oh nein! So langsam sterben dem Hecht die Kneipen weg – Leonardo, Erlenklause und jetzt noch die Terrasse. Das ist wirklich schade. Beim Vorbeigehen sah es eigentlich immer voll aus. Da ist es schwer zu glauben, dass sich das nicht gerechnet haben soll.
Ich bin mehr als traurig, dass es die Terrasse nun bald nicht mehr geben soll. Wütend macht mich, dass es scheinbar Optionen der Fortführung gegeben hätte, die nicht gehört wurden…
Kann man denn jetzt noch etwas gegen die Schließung tun?
Sehr schade! Immer eine schöne Zeit dort gehabt. Und ich nahm es auch immer als sehr gut besucht wahr – man musste eigentlich pünktlich zur Öffnung da sein, wenn man ohne Reservierung einen Tisch ergattern wollte. Daher bin ich erstaunt, dass es sich nicht mehr getragen hat?
Für mich jedenfalls ein Highlight in der Neustadt. Wie viele Sushi, Ramen und Döner Buden braucht die Stadt eigentlich noch?
Och nö – wieder eine Neustadt-Kneipe weniger, in der man nach Mitternacht noch sitzen bleiben kann und etwas zu trinken bekommt, oder? :(
hoffentlich wird, was immer passiert, nichts „zu cleanes“ entstehen.