Seit mehreren Monaten ist das Café Neustadt an der Ecke Pulsnitzer Straße und Bautzner Straße geschlossen (Neustadt Geflüster vom 15. Oktober 2025). Lange wirkte das Eckhaus ruhig, fast vergessen. Inzwischen brennt wieder Licht, die Fenster sind abgeklebt, dahinter wird gearbeitet. In die ehemaligen Räume des „Caneu“ zieht „Erika & Kurt“ ein – mit Tätowierungen, Piercings und Handelsgütern im Gepäck.

Ein Wechsel mit Hintergrund
Der Umzug ist kein spontaner Schritt, sondern das Ergebnis wirtschaftlicher Überlegungen. Mandy und Sven, die Köpfe hinter Erika & Kurt, waren bislang im Barockviertel ansässig, zuletzt mit zwei durch einen Hauseingang getrennten Läden. Textilien und Accessoires – von ihnen selbst als ‚Handelsgüter‘ bezeichnet – auf der einen Seite, Tätowieren und Piercen auf der anderen. Der Handelsgüter-Bereich ist bereits geschlossen. Sinkende Besucherzahlen und die bis heute spürbaren Folgen der Corona-Zeit hätten den Kundenstrom deutlich reduziert. „Das Barockviertel ist nicht mehr das, was es mal war“, sagen sie offen. Auch Baustellen und veränderte Wege durch die Stadt hätten ihren Teil dazu beigetragen.
Der Wunsch, alle Bereiche wieder zusammenzuführen, sei schon lange da gewesen. „Wir sind mal zusammen in einem Laden gestartet, und der Gedanke, wieder alles unter einem Dach zu haben, war nie weg“, erklärte Sven. Als sich die Möglichkeit in der leerstehenden Immobilie an der Bautzner Straße ergab, passte vieles zusammen: zwei Etagen, eine markante Lage und genug Raum, um die unterschiedlichen Konzepte zu verbinden. Trotz zahlreicher Mitbewerberinnen und Mitbewerber, größtenteils aus der Gastronomie, fiel die Entscheidung des Eigentümer am Ende auf Erika und Kurt.

Umbau in Eigenregie
Seit Mitte Dezember wird in den ehemaligen Café-Räumen größtenteils in Eigenregie umgebaut. Entkernung, Rückbau, Neuaufteilung: Vieles machen Mandy und Sven selbst, so wie sie es auch schon seit der Gründung von Erika & Kurt im Jahr 2018 handhaben. „Wir machen fast alles alleine“, sagen sie. Das sei anstrengend, habe aber auch Vorteile: „Dann wissen wir am Ende auch, wo welche Schraube nicht ganz fest sitzt.“
Im Erdgeschoss stehen künftig Handelsgüter und Begegnung im Vordergrund. Tätowiert wird in der oberen Etage in einem separaten Bereich für konzentriertes Arbeiten, während das Piercing unten räumlich abgetrennt stattfindet. Ergänzt werden soll das Ganze durch kleinere Indoor-Events wie Whiskey-Tastings oder Kochabende, die den Ort auch außerhalb des Tagesbetriebs beleben sollen.
Auch die Sitzmöglichkeiten vor dem Haus sollen nach Möglichkeit erhalten bleiben, vorausgesetzt, die Stadt stimmt der weiteren Nutzung zu. „Wir wollen, dass man reinkommt und bleiben will“, beschreiben Mandy und Sven ihren Anspruch an den neuen Laden. Ein Gedanke, der auch im Namen Erika & Kurt mitschwingt, der auf Svens Großeltern zurückgeht und für Werte wie Verlässlichkeit und Direktheit steht. Es gehe nicht nur darum, etwas zu kaufen oder sich tätowieren zu lassen, sondern um ein Miteinander. „Du kannst auch alleine kommen und dich trotzdem willkommen fühlen.“

Eröffnung mit Soft-Opening
Bevor der reguläre Betrieb beginnt, ist zunächst ein Soft-Opening geplant. In dieser Phase wollen Mandy und Sven den neuen Standort schrittweise öffnen, Abläufe testen und Erfahrungen im Alltag sammeln. Die offizielle Eröffnung ist dann für Ende Februar vorgesehen und soll in gewohnter Erika-&-Kurt-Manier gefeiert werden.
Erika & Kurt
- Montag bis Sonnabend: 11 bis 18 Uhr
- Rähnitzgasse 11, 01097 Dresden, demnächst Pulsnitzer Straße 2, Ecke Bautzner Straße, 01099 Dresden
- Erika & Kurt
- Telefon: 0351 79211646, E-Mail: info@erika-und-kurt.de
- instagram.com/erika_und_kurt_taetowierungen
- instagram.com/erika_und_kurt_handelsgueter























Schade. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand den Cafébetrieb weiterführt.
Hallo liebes Café Neustadt,
könntet ihr bitte für die Dauer der Baustelle gegenuüber und für die Dauer, in der euer Kaffee sowieso geschlossen ist, bitte die Tische draußen mal wegnehmen. Täglich kommt es dort zu Stau von Fahrradfahrern und Fußgängern, und das ganze eigentlich total unnötig. Ich glaube die Tische sind sogar so gestaltet, dass das mit ein paar Handgriffen erledigt ist. Die Leute werden es euch danken! Wenn dann wieder Platz ist und wieder Frühling oder Sommer, freuen wir uns auf die Tische!
Liebe Grüße!
Jonk
Noch ein Tattoo Laden? Braucht das die Neustadt?
Eine Weiterführung dieser Institution als klassisches Kaffeehaus ohne hipster Chi Chi wäre eine wesentlich größere Bereicherung gewesen als das beschriebene neue Konzept.
Hallo Lila, warst Du in letzter Zeit mal in diesem „klassischen Kaffeehaus“? Seit Corona hatte Thomas gründlich renoviert, sogar fetzige neue Schilder draußen angebracht, dennoch war es sehr häufig sehr leer im Café Neustadt. Und mit „Erika & Kurt“ kommt ja nun nicht noch ein Tattoo-Laden, die ziehen ja nur aus dem Barock-Viertel hierher.
Übrigens, nette Cafés gibt’s zwei in unmittelbarer Nähe, die Glocke und das Lloyds.
P.S. Ja, ich bin auch traurig, dass es das Café Neustadt nicht mehr gibt.
@Jonk
Liebe/Liebes/Lieber Jonk,
lass uns doch mal gemeinsam überlegen wo der Fehler ist! Enger Fußweg! Radfahrer! Na? Klingelt es? Gerne auch morgens, wenn die Mamas und Papas ihren Sprösslingen auf dem Weg zur Kita schon mal beibringen wie man sich möglichst rücksichtslos verhält……..
an den Balkon: als ich das letzte mal an der Ecke war, war die Straße da noch wegen der Baustelle dicht. Dadurch war auch kein Platz mehr um das Fahrrad vorbeizuschieben wenn da jemand entgegen kommt.
@statler & waldorf
Was die Fahrradfahrer angeht und die Nicht-Eltern, die ihren Kindern weder Rücksicht noch sonst irgendwelche sozialen Fähigkeiten beibringen, außer ihrer eigenen Bedürfnisse kund zu tun und durchzusetzen, gebe ich euch total recht. „Ich ich ich“ ist heute leider allzu verbreitet.
Dennoch fände ich es, um beim Thema Rücksicht zu bleiben, von den Besitzern oder Pächtern des Ladens, mehr als angebracht, die Tische vorübergehend abzubauen. Erstens ist es Winter und da sitzt sowieso niemand draußen, zweitens ist eine Baustelle und es ist alles eng, und drittens ist es laut Artikel sowieso kein Café mehr. Das sind nur ein paar Handgriffe, die die derzeitige Situation maßgeblich entschärfen würden.
Danke
Jonk