Im Alaunpark ergänzt derzeit ein Hockurinal die vorhandenen öffentlichen Toiletten. Hinter dem Projekt „Die Hocke“ stehen die beiden Dresdner Stadtplanerinnen Magda Buschek und Melanie Hacker-Heller von der Initiative stadt.praxis. Die Testphase läuft vom 21. August bis zum 30. September 2026.

Hintergrund ist die Toilettensituation im Alaunpark. Im Sommer halten sich dort viele hundert Menschen auf. Menschen, die nicht im Stehen pinkeln können, haben nur drei öffentliche Toiletten zur Verfügung. Daneben gibt es mehrere Stehurinale. Die Initiative berichtet von Warteschlangen und Menschen, die deshalb andere Orte zum Pinkeln suchen.
Hockurinal neben der bestehenden Toilette
Das Hockurinal steht in der Nähe der vorhandenen öffentlichen Toilettenanlage. Es richtet sich vor allem an Frauen sowie an queere Menschen, die hockend pinkeln. Im Konzept ging die Initiative von etwa 200 bis 500 Nutzenden pro Tag aus. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es etliche Personen gibt, die sich nicht auf eine öffentliche Toilette setzen wollen, denen möchten wir mit dem Hockurinal helfen“, sagt Buschek.

Für das Projekt arbeitet stadt.praxis mit Missoir und dem sächsischen Hersteller Twoneeds zusammen. Das mobile Toilettenhäuschen kommt ohne Wasseranschluss und ohne Anschluss an die Kanalisation aus. Der Urin wird in einem Behälter gesammelt.
„Das Hockurinal ist erst einmal nur geliehen“, sagt Buschek. Geplant seien Workshops zur Weiterentwicklung. Anschließend wolle die Initiative dem Hersteller Feedback geben.

Erste Rückmeldungen zum Hockurinal
Ein wichtiger Teil der Testphase sind die Erfahrungen der Menschen, die das Hockurinal benutzen. „Wir haben Zettel am Urinal angebracht, da können die Nutzerinnen ihre Meinung sagen“, erläutert Hacker-Heller.
Erste Rückmeldungen zum Hockurinal
Ein wichtiger Teil der Testphase sind die Erfahrungen der Menschen, die das Hockurinal benutzen. Bereits im Konzept waren Feedbackrunden und Möglichkeiten für Rückmeldungen direkt am Hockurinal vorgesehen. „Wir haben Zettel am Urinal angebracht, da können die Nutzerinnen ihre Meinung sagen“, erläutert Hacker-Heller.
Die ersten Rückmeldungen sind bereits eingetroffen. Neben jeder Menge Lob kritisierte eine Frau die beweglichen Ringe als unpraktisch. Die Erfahrungen sollen zeigen, wie das Angebot angenommen wird und welche Änderungen sinnvoll sein könnten.

Auch das Stadtbezirksamt Neustadt betrachtet die Aufstellung als sinnvolle Testphase. Die Erkenntnisse aus Befragung und Nutzungsverhalten sollen in das städtische Toilettenkonzept einfließen. Das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft hatte zuvor Bedenken hinsichtlich des Standorts neben der vorhandenen öffentlichen Toilette geäußert.
Reinigung: Stadt und Initiative teilen sich die Arbeit
Grundsätzlich übernimmt die Stadtreinigung die Reinigung der temporären Toilette. Auch Buschek und Hacker-Heller kümmern sich regelmäßig darum.
„Wir schauen aber auch regelmäßig vorbei, leeren den Abwasserbehälter und schauen, was sauber zu machen ist“, sagt Buschek. Dabei erhalten die beiden Unterstützung aus ihrem Freundeskreis.

Stadtbezirk fördert das Projekt
Die Gesamtkosten des Projekts liegen laut Projektdatenblatt bei 3.338,14 Euro. Der Stadtbezirk Neustadt fördert das Urinal mit 1.267,84 Euro. Die Räte stimmten mit nur zwei Enthaltungen fast geschlossen dafür.
























